Die Video-Installation Photocopies wirft anhand einer Reihe langsamer, nicht-narrativer Szenen einen Blick auf junge Menschen im Kontext einer Zeit, die von tiefgreifender Unsicherheit und struktureller Krise geprägt ist. Jedes Video entfaltet sich in Form eines One-Takes, der die jeweiligen Protagonistinnen (m/w/d) in stillen, vereinzelten, vermeintlich unbeobachteten Momenten zeigt.
Wir beobachten: einen Tänzer, spät nachts unermüdlich und allein in seinem Studio; ein junges Mädchen auf dem Weg nach Hause, versunken in ein Spiel; eine Gruppe Teenager im Morgengrauen, auf irgendeinem Sofa eingeschlafen; eine Hotelangestellte, die gedankenverloren an einem Tisch inmitten eines kalten Konferenzraums sitzt, während ein Kollege den Raum reinigt.
Die Zeit scheint stillzustehen – jeder Moment ist konserviert und seiner Vergänglichkeit beraubt. Und doch umgibt gleichzeitig jede Szene ein Unbehagen. Es ist, als würden die Figuren der Installation still auf etwas warten, das jeden Moment hereinbrechen könnte – und der Verdacht kommt auf, dass die Zeit doch weiterläuft.
Kamera: Fynn Stoldt, Kameraassistenz: Lara Fritz / Buki Szesanov, Key Grip: Luca Bergamsco, Musik: Johannes Kant