• Dietmar Rübel, Sarah Sigmund, Sabine Weingartner u.a. | Workshop zum Archiv der Akademie der Bildenden Künste München
  • Datum & Uhrzeit Mo | 20.07.2026 | 10:15 Uhr
  • Ort Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4; Anmeldung erforderlich
  • Raum Neubau | Auditorium | E.EG.28
archiv
Gestaltung: Benjamin Krup

 

"Archive sind Orte, an denen Dokumente, Objekte und mitunter auch Kunstwerke bewahrt werden. Gleichzeitig verweisen sie auf Abwesendes und können Lücken und Brüche in der Überlieferung sichtbar machen. Demnach gehören das Verschwinden und der Verlust von Zeugnissen ebenso zu den Eigenschaften von Archiven wie ihre gesicherten Bestände. Archive fungieren als Wissensspeicher, die historische und gesellschaftliche Veränderungen dokumentieren und zugleich Ausgangspunkt für neue Fragestellungen sein können. Das Begehren nach Fakten, die Suche nach den Quellen von Geschichte(n) kann bei Nutzer*innen von Archiven zu einem, wie es der Philosoph Jacques Derrida in den 1990er Jahren nannte, 'Archiv-Fieber' führen.

In der zeitgenössischen Kunst löste dieses Interesse gar den 'archival turn' aus, der seit dem späten 20. Jahrhundert zahlreiche künstlerische Projekte prägte. Künstler*innen untersuchen seitdem bestehende Archive, entwickeln eigene Sammlungen oder nutzen die Mittel der Bürokratie zur Institutionskritik. Auch die eigene künstlerische Praxis basiert auf Formen der Archivierung – Arbeitsmaterialien, Entwürfe und Werke müssen geordnet, kontextualisiert und vermittelt werden. Mit dem Aufkommen digitaler Medien stellt sich zudem verstärkt die Frage, wie Websites, Blogs oder digitale Kunstwerke langfristig gesichert, zugänglich gemacht und in neue Formate überführt werden können.

 

Vor diesem Hintergrund versteht sich der Workshop zum Archiv der AdBK sowohl als theoretische Auseinandersetzung, möchte aber vor allem Raum für die Entwicklung künstlerischer, kuratorischer und vermittlungsorientierter Projekte bieten, die das Archiv zum Ausgangspunkt haben. Dabei wird das Archiv als aktives Arbeitsinstrument und lebendiger Ort des Austauschs begriffen. Anhand ausgewählter Kunstwerke und Archivalien werden Zugänge eröffnet, die sowohl die Arbeit mit vorhandenem Material als auch die kritische Auseinandersetzung mit Leerstellen ermöglichen – etwa im Hinblick auf die Wechselwirkungen zwischen Lehre und Ausstellungspraxis am Beispiel des Kunstvereins München oder auf die Geschichte der AdBK während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, die Bestände des Archivs in aktuelle künstlerische und wissenschaftliche Diskurse einzubinden und Impulse für neue Formate und zukünftige Themen zu geben sowie die umfangreiche Geschichte der Münchner Kunstakademie gemeinsam zu diskutieren.

 

Programm

was bleibt, was kommt

Workshop zum Archiv der Akademie der Bildenden Künste

 

10:15 Uhr Begrüßung

Dietmar Rübel, Sarah Sigmund und Sabine Weingartner

 

10:30 Uhr Birgit Jooss

Zukunft braucht Geschichte(n)

 

11:00 Uhr Philipp Gufler

Imagining Paul. Künstlerische Forschung zu Paul Hoecker

 

11:30 Uhr Kaffeepause

 

11:45 Uhr Beo Tomek

Die Münchener Kunstakademie im Nationalsozialismus. Zur Forschung in lückenhaften Beständen

 

12:15 Uhr Mittagspause

 

14:00 Uhr Leona Koldehoff

Zwischen Lehren, Studieren und Ausstellen. Einblicke in das Verhältnis zwischen Akademie der Bildenden Künste und Kunstverein München ab den 1950er Jahren

 

14:30 Uhr Beiträge von Studierenden der AdBK

Sylvia Berté, Manuela Braunmüller und Martha Kissling

 

15:15 Uhr Kaffeepause

 

15:30 Uhr Sonya Schönberger

Archives from the Soil

 

16:00 Uhr Panel mit Christian Fuhrmeister, Birgit Jooss, Leona Koldehoff und Hubert Sedlatschek

"Wir haben die Pflicht ein Archiv zu unterhalten!" oder: Zukunftsfragen des Archivs

 

17:00 Uhr Ende des Workshops

 

Die Teilnahme am Workshop ist nur nach Anmeldung möglich. Nachrichten bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

Verantwortlich: Dietmar Rübel, Sarah Sigmund und Sabine Weingartner

Dieses Format wird unterstützt durch das Venture Team Kultur (VTK)"

 

Poster