"Diese Lecture-Performance widmet sich dem Thema kinship und der dringenden Notwendigkeit, Dinge spontan zu teilen, zu übertragen und zu übersetzen. Und zwar in einer Zeit, in der sowohl künstliche Intelligenz als auch Faschismus eine gemeinsame Bedrohung für Freundschaft, Sprachen und Übersetzungen darstellen.
„Übersetzen ‚verrät‘ die Ausgangssprache und ‚dezentriert‘ die Zielsprache“ schrieb Souleyman Bachir Diagne. Für uns bedeutet es jedoch auch, eine Vielzahl von Herangehensweisen an das Lebendige zu entdecken und unsere Affinitäten, unsere Freundschaften sowie die Kunst, Verbindungen einzugehen, zu erweitern: Denn es gilt Sprachbarrieren zu überwinden, sich einander anzunähern, sich dem Anderen zu öffnen und eine Brücke zwischen Sprache und Weltanschauung zu schaffen.
Wer übersetzt was? In welche Sprache wird übersetzt? Was gibt es Besseres als eine*n Freund*in, der oder die für eine*n Freund*in übersetzt?
Um mit unseren Sprachen, unseren Mitmenschen und dem, was uns umgibt, verbunden zu bleiben, sollten wir übersetzen, um die Pluralität der Sprachen beizubehalten. Denn wenn die Sprache arm ist, ist auch unser Leben arm. Wenn uns die Worte fehlen, um die Realität zu beschreiben, dann verschwindet sie Stück für Stück. Erlauben wir uns, Wörter aus einer Sprache in eine andere zu übernehmen, und üben wir uns in kollektiver Übersetzung, auch wenn diese noch so unvollkommen ist."