Diese Arbeit geht von der Frage aus, wo sich Malerei befindet und wie sie wahrgenommen wird.
Ich löse Malerei aus ihrer traditionellen Position an der Wand und arbeite mit einer aufgerichteten Installationsstruktur, in der sich Körper, Bewegung und die Geste des Betrachtens verändern.
Mich interessiert dabei weniger das einzelne Bild als die Bedingungen, unter denen Malerei sichtbar, zugänglich oder kaum wahrnehmbar wird.
In dieser Arbeit verbleibt die Bedeutung der Malerei nicht ausschließlich im Bild, sondern erweitert sich durch ihre Platzierung im Raum und durch die körperliche Erfahrung der Betrachtenden.
Einige malerische Flächen sind leicht wahrnehmbar, andere erscheinen oder verschwinden je nach Bewegung und Blickwinkel. Diese Unterschiede erzeugen keine Hierarchie der Bedeutung, sondern Differenzen der Wahrnehmung.
Die Arbeit ist kein abgeschlossenes Objekt, sondern eine Struktur, die Bedingungen der Wahrnehmung herstellt. Innerhalb der Installation existiert kein vollständiger Frontalblick; die Betrachtenden gehen, bleiben stehen, wenden sich, schauen erneut.
Malerei erscheint hier nicht als einzelnes abgeschlossenes Bild, sondern als ein Objekt, in dem sich Zeit, Entscheidungen und Gebrauchsspuren angesammelt haben - abhängig davon, wo sie platziert ist und wie sie durch den Körper der Betrachtenden erfahren wird.