Prof. Thomas Eggerer  |  Raum Altbau | A.O1.05  |  Website öffnen

HOME IS WHERE THE HEART IS, RIGHT?

Bei der Untersuchung rechter Medienbilder fällt auf, dass es sich um Bildwelten handelt, die sich sowohl an völkischem als auch an sozialistischem Realismus bedienen. Damit werden sie zu einem paradoxen Teil der zeitgenössischen Malerei im digitalen Raum. Die Arbeit „home is where the heart is, right?“ stellt die Frage, wie eine widerständige Form realistischer Malerei heute aussehen kann. Muss sie sich ähnlicher bildnerischer Mittel bedienen - etwa Niedrigschwelligkeit, ansprechender Oberflächen und einem den Sehgewohnheiten vertrauter Bildaufbauten -, um konkurrenzfähig zu bleiben?
In meiner Arbeit untersuche ich das Thema Wohnraumknappheit – nicht dokumentarisch, sondern vielmehr spielerisch, inszeniert wie in Bühnenbildern. Die aktuelle Wohnraumsituation mit Immobilienblase und extrem hohen Mieten ist eines der größten sozialen Probleme unserer Zeit. Die Arbeit „home is where the heart is, right?“ beschäftigt sich mit den Situationen, die aus dieser akuten Wohnungsnot entstehen: seltsame, marode Improvisationen. Keine Wohnung zu finden bedeutet, Notlösungen einzugehen und Kompromisse zu machen. Es bedeutet, über einer Feuerwehr zu wohnen und nachts alle 15 Minuten von Sirenen geweckt zu werden. Es bedeutet, mit 30 wieder ins Kinderzimmer zu ziehen, das inzwischen ein Home-Gym ist, von Zwischenmiete zu Zwischenmiete zu leben. Es bedeutet, die Dusche in der Küche zu haben, übergangsweise im Atelier zu wohnen oder Schimmel ausgesetzt zu sein.

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