Online-Konferenz des Forschungszentrums für Technoästhetik und des cx centrum für interdisziplinäre studien, Akademie der Bildenden Künste München
Termin: 25. November 2025, 13:30 bis 20.00 Uhr
Konferenzsprache: Englisch
Moderation: Amelie Buchinger, MA., Dr. Susanne Witzgall
Registration: https://kunsthochschule-bayern.zoom-x.de/meeting/register/MrCyoT38Tj21SnbWkN4_HQ
Im Zeitalter des Klimawandels wird die Sonne, die Grundlage allen Lebens auf der Erde, gleichzeitig zur Bedrohung und zur Hoffnungsträgerin. Während sie einerseits im Wechselspiel mit Treibhausgasen die Atmosphäre immer stärker aufheizt, wird sie andererseits von Politik, Umweltaktivist*innen, Künstler*innen und Designer*innen sowie einigen Technologiekonzernen als unerschöpfliche Energiequelle der Zukunft gehandelt. Der Sonne, ihrer ambivalenten Kraft sowie ihrer möglichen technologischen Nutzung oder Abschirmung kommt in gegenwärtigen Zukunftsvisionen in den Künsten und Technowissenschaften eine zentrale Rolle zu.
Die eintägige Konferenz widmet sich insbesondere den zeitgenössischen Imaginationen solarer Zukünfte – ihren Narrativen, Politiken und (Techno-)Ästhetiken. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses an der Sonne und unserer sich verändernden Beziehung zu ihr (Howe, Diamanti, und Moore; Szeman und Barney; After Oil Collective) untersucht sie, welche Visionen einer sonnenbasierten post-fossilen Welt derzeit in Kunst, Theorie und Gesellschaft im Umlauf sind und wie diese konzipiert und kommuniziert werden. Die Konferenz umfasst zwei Panels und diskutiert zunächst, auf welche Weise Künstler*innen, Designer*innen, Umweltaktivist*innen und der breitere gesellschaftliche Diskurs positive Konzepte solarer (Energie)Zukünfte vermitteln. Das erste Panel bietet in diesem Zusammenhang eine kritische Auseinandersetzung mit der ästhetischen Dimension spekulativer solarer Imaginationen und analysiert das Potenzial von solarer Kunst und solarem Design für die Vision einer postfossilen Zukunft (Williams; van Aubel). Das zweite Panel wendet sich dagegen den Schatten und Konflikten zu, die oft hinter den glänzenden Versprechen der Solartechnologien und ihrer ästhetischen Vermittlung verborgen bleiben. Wie reproduzieren zeitgenössische Visionen solarbetriebener Zukünfte die sozialen und ökologischen Ungerechtigkeiten des racial capitalism (Lennon) und was könnte es bedeuten, andere solare Welten zu entwerfen?
Das Programm schließt mit einem Artist Talk und dem kritischen Blick auf eine zunehmende Technologisierung solarer Beziehungen in einer wärmer werdenden Welt, wie sie uns beispielsweise in zeitgenössischen künstlerischen Erforschungen spekulativer Lösungsansätzen wie dem solaren Geoengineering begegnen. Wie intervenieren Künstler*innen kritisch in den entstehenden visuellen Diskurs über Klima-Techno-Fixes und was könnte es bedeuten, unseren Blick auf die Einbettung solarer Beziehungsgeflechte neu auszurichten (Starosielski)?
13:30 – 15:30 Bright Solar Futures
Rhys Williams: Solar. Extraordinary Aesthetics in Search of a Reparative Ordinary Form
Marjan van Aubel: Sunlighted
15:30 – 16:00 Pause
16:00 – 18:00 Beyond the Shine
Myles Lennon: Solar Simulations in the Shadows of Racial Capitalism
Helen V. Pritchard: Renewable Maximal Aliveness
19:00 Artist Talk
Alice Bucknell: Staring at the Sun