Sommersemester 2026
(Neo)Ökofeminismen
(FK-T2, FK-T3, KP D.04.09, KP D.05.09, FU-Z1)
Dr. Susanne Witzgall
Raum E.01.23, Akademiestr. 4
Zeit Dienstag 14.00–16.00 Uhr, Termine: 21.04., 28.04., 05.05., 12.05., 19.05., 26.05., 02.06. 9.06., 16.06., 23.06., 30.06., 07.07.
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Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, registrieren wir derzeit drei besorgniserregende Entwicklungen: einen Anstieg von Gewalt gegen Frauen und queere, insbesondere trans- und intergeschlechtliche Personen, das Erstarken rechtsextremer demokratiefeindlicher Tendenzen sowie nicht zuletzt eine Rücknahme von Umwelt- und Klimaschutzregeln. Ist diese Koinzidenz Zufall oder verweist sie nicht vielmehr auf einen systemischen Zusammenhang? Ökofeministische Ansätze und ihre queeren sowie intersektionalen Aktualisierungen würden eindeutig für letzteres votieren und sich der Untersuchung ihrer Wechselwirkungen verschreiben. Denn der Ökofeminismus hat seit jeher nicht nur Bezüge zwischen der Unterdrückung der Frau und der Ausbeutung von ‚Natur‘ aufgezeigt. Er hat in jüngeren Versionen auch eine Verbindungen zwischen der Degradierung und Zerstörung der Umwelt sowie diskriminierenden Unterdrückungsmechanismen enthüllt, die sich entlang nicht-normativer Sexualität und Genderformen sowie den kulturellen Kategorien von race und Klasse vollziehen (Plumwood).
Diese (einführende) Lehrveranstaltung widmet sich ausgewählten Ökofeminismen von ihren Anfängen in den 1970er Jahren bis heute und fragt insbesondere nach deren Relevanz und Aktualität für die Analyse gegenwärtiger Krisen. Darüber hinaus sprechen wir über den Zusammenhang von Ökofeminismen und Aktivismus, von Ökofeminismus und Neuem Materialismus sowie über das utopische Potential, welches ökofeministischen Ansätzen innewohnen könnte. Diskutiert werden soll jedoch auch, ob auf bestimmte Ökofeminismen die immer wieder formulierte Vorwürfe der Fetischisierung des Weiblichen, des Essentialismus und der Naturalisierung von Geschlechterdifferenzen zutreffen.
EcoFutures / Ökozukünfte
(FK-T2, FK-T3, KP D.04.09, KP D.05.09, KP C.01.09, FU-Z1)
Dr. Susanne Witzgall
Raum E.01.23, Akademiestr. 4
Zeit Mittwoch 14.00–16.00 Uhr, Termine: 22.04., 29.04., 06.05., 13.05., 20.05., 27.05., 03.06., 10.06., 17.06., 24.06., 01.07., 08.07.
Kontakt
Die multiplen ökologischen Krisen sind neben Kriegen und möglichen Gefahren der Künstlichen Intelligenz der zentrale Grund dafür, das gegenwärtige Zukunftsaussichten meist düster ausfallen. Gerade im Silicon Valley sehen wir eine regelrechte Fetischisierung der Apokalypse, der wiederum mit einer Fetischisierung von Technologie und Fortschritt begegnet wird. Gleichzeitig nehmen jedoch gerade in den letzten zehn Jahren künstlerische Arbeiten und theoretische Diskurse zu, die ökologische Gegenerzählung zu dystopischen Endzeitszenarien entwickeln. Diese Gegenerzählungen eröffnen die Möglichkeit alternativer lebenswerter Zukünfte und zeigen potentielle Wege des Überlebens sowie des ökologischen Zusammenlebens auf.
Das Seminar untersucht anhand ausgewählter zeitgenössischer Kunstwerke sowie Texten wegweisender Theoretiker*innen fünf wichtige diskursive Ansätze und vier zentrale Topoi dieser EcoFutures: Wir analysieren Ansätze afrofuturistischer, dekolonialer, indigener und queerer Ökozukünfte und diskutieren ökologische Visionen, die sich auf ein bestimmtes Motiv konzentrieren, wie Interspecies Futures, Phyto Futures, Soil Futures oder Oceanic Futures. Wir fragen danach wie diese Ökozukünfte sich von ökofaschistischen Imaginationen abgrenzen und auf welche Weise sie bestehende Normen sowie Macht- und Ausbeutungsverhältnisse in Frage stellen. Wir analysieren, welche epistemischen und praktisch-transformativen Strategien sie vorschlagen und welche medialen Mittel sie einsetzen, um ein hoffnungsvolleres Morgen zu entwerfen.