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13.04.2026
Beginn Sommersemester 2026
30.04.2026
Ende Bewerbungsfrist Innenarchitektur
15.05.2026
Ende Bewerbungsfrist andere Studiengänge
15.05.2026
Deadline Application Incoming Exchange Students
17.07.2026
Ende Sommersemester 2026
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Lehrveranstaltungen Sommersemester 2026

Lehrstuhl für Philosophie | Ästhetische Theorie

 

Prof. Dr. Maria Muhle, Mascha Salgado de Matos, M.A., Amelie Buchinger, M.A., Lorenz Mayr, M.A., Beo Tomek, Lorenzo Gineprini (Vertretung)

Lehraufträge: Dr. Stephan Gregory, Dr. Alexandra Heimes, Davide Mogetta, M.A.

 

Die Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen erfolgt über das Studierendenportal.

 


 

Seminar: Forensische Ästhetik. Evidenzen. Realismen. Wahrheiten (FK-T2, FK-T4, KP E.02.09)

Prof. Dr. Maria Muhle

Mittwochs, 14–18 Uhr, 14-tägig

Beginn: 15.04., Neubau, E.O2.29

 

Forensik – vom lateinischen forensis, „zum Forum, Marktplatz gehörig” – bezeichnet die Kunst der Überzeugung vor öffentlicher Versammlung. Heute meint sie vor allem die Wissenschaften, die Spuren lesen, Tatbestände rekonstruieren und Sachverhalte bezeugen. Dabei ist diese scheinbar neutrale, technisch-administrative Praxis tief in ästhetische Verfahren eingelassen: in Repräsentation, Rekonstruktion, Rahmung, Perspektive, Narration. Die Frage, was als „Beweis“ oder als „Dokument“ gilt, ist nicht allein eine epistemische, sondern immer auch eine ästhetische. Die solchermaßen verstandene Ästhetik zielt nicht auf die Bestimmung des Schönen, sondern ist vielmehr eine Frage der Wahrnehmung (Aisthesis), die sinnliche Erkenntnis (senses) und Sinngebung (sense-making) in Beziehung zueinander setzt (Fuller/Weizman). Zugleich wird die Frage nach der sinnlichen Wahrnehmung von der massiven Entwicklung generativer Bildlichkeiten unter Druck gesetzt: Synthetische Bilder, KI-generierte Videos, Deepfakes erschüttern eine Grundannahme der forensischen Bildpraxis – die indexikalische Bindung des Bildes an ein Geschehen. Wenn Bilder nicht mehr Spuren einer Wirklichkeit sind, sondern statistische Wahrscheinlichkeiten über das, was wirklich aussehen könnte – was bedeutet das für ihre Beweiskraft und ihren angeblichen Realismus? Und zugleich: welche ästhetischen Gebilde werden hier produziert, wie verhalten sich diese zu tradierten Begriffen von Bild und Abbildung, welchen künstlerischen Status haben sie? Entlang zentraler Begriffe – Indexikalität, Evidenz, Operativität u.a. – und der Lektüre einschlägiger ästhetischer, medienphilosophischer und bildtheoretischer Positionen sollen diese Fragen im Seminar diskutiert werden.

Die Seminarsprache ist Deutsch. Einzelne Texte werden auf Englisch gelesen; Referate und Diskussionsbeiträge können auf Wunsch auch auf Englisch gehalten werden. Die Bereitschaft zur genauen, manchmal anspruchsvollen Lektüre und zur ernsthaften Auseinandersetzung mit Texten und Fällen wird vorausgesetzt.

Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen und Beteiligung an den Diskussionen im Seminar, Anfertigung eines Essays (FK-T2) oder einer Hausarbeit (FK-T4 und E.02.09).

 


 

Kolloquium: Künstlerische Forschung – Ästhetische Praktiken (FK-T2)

Prof. Dr. Maria Muhle, Dr. Hanna Hamel

Donnerstags, 14–18 Uhr

Termine: 30.04., 28.50., 25.06., 2.07., 16.07.

Neubau, Raum E.O1.23

 

Das „Kolloquium Künstlerische Forschung – Ästhetische Praktiken“ eröffnet den fortgeschrittenen Studierenden aller Klassen die Möglichkeit, thematisch ungebunden ihre Arbeiten zu präsentieren und im Plenum in philosophischer, ästhetischer und kunsttheoretischer Perspektive zu diskutieren. Es soll auch dabei unterstützen, die eigenen Arbeiten im Feld zeitgenössischer Theoriedebatten zu situieren.

In diesem Semester liegt ein Schwerpunkt des Kolloquiums auf der Diskussion künstlerischer Forschungsprojekte sowie deren Begrifflichkeiten: Wir wollen gemeinsam fragen, was künstlerische Forschung sein kann, was wir als ästhetische Praktiken verstehen können und in welchem Verhältnis sie zur Theorie stehen? Hierfür sollen auch künstlerisch-forschende Kolleg*innen aus der Akademie ins Kolloquium eingeladen werden, die ihre Arbeitsweisen erläutern.

Eine regelmäßige Teilnahme ist erforderlich, damit ein kontinuierlicher Austausch in der Gruppe gewährleistet wird und das Kolloquium ein experimenteller Ort der klassenübergreifenden Präsentation und Diskussion künstlerischer Arbeiten sein kann.

Für den T2-Schein ist die Präsentation im Plenum Voraussetzung sowie die Abgabe eines 3-5seitigen Essays, in dem die eigene Arbeit vorgestellt und auf die Diskussion im Plenum reagiert wird.

 


 

Exkursion: Through a glass darkly, Teil II

Prof. Dr. Maria Muhle, Sophia Mainka

01.-08.06.2026, Paris

 

Weitere Informationen erfolgen in einer separaten Ankündigung.

 


 

Forschungskolloquium (für Masterabsolventinnen, Doktorandinnen und Post-Doktorandinnen (m/w/d))

Prof. Dr. Maria Muhle

 

Termine werden per E-Mail bekannt gegeben.

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 


 

Vorlesung: Einführung in die Ästhetik (FK-T2, FK-T4, KP E.01.09)

Dr. Hanna Hamel

Donnerstags, 11–13 Uhr, wöchentlich

Beginn: 23.04., Neubau, E.O1.23

 

„Ästhetik“ ist sowohl Theorie der Künste als auch Theorie der sinnlichen Wahrnehmung. Die Vorlesung gibt einen Überblick über Positionen der philosophischen Ästhetik vom 18. bis ins 21. Jahrhundert (u.a. Kant, Hegel, Nietzsche, Adorno, Cavell, Cixous, Bourriaud). Die Texte werden einerseits mit Bezug auf künstlerische Arbeiten aus der jeweiligen Zeit besprochen, andererseits mit Blick auf ihre Relevanz für die gegenwärtige künstlerische Praxis. Die zentrale Frage lautet: Wie können die teils historischen Texte dazu beitragen, auch aktuelle Probleme und Fragen präziser zu formulieren und zu verstehen?

Eine Lektüreliste wird zu Beginn der Vorlesung zur Verfügung gestellt, ausgewählte Stellen werden in den Vorlesungseinheiten gemeinsam gelesen und diskutiert.

Prüfungsform: Essay zu einer oder mehreren der besprochenen theoretischen Positionen.

 


 

Seminar: Essayistische Theorie und Praxis

Dr. Hanna Hamel

Freitags, 11–13 Uhr, wöchentlich

Beginn: 24.04., Neubau, E.O2.29

 

Der Essay hat eine lange Tradition. Er verspricht formalen und thematischen Spielraum, bewegt sich an disziplinären Übergängen und beschäftigt sich mit „bereits vorgeformten Gegenständen“ (Lukács, Adorno). Deshalb ist der Essay auch eine bevorzugte Textform, um über künstlerische Arbeiten nachzudenken. Das Seminar setzt sich in Theorie und Praxis mit dem essayistischen Schreiben auseinander.

Lektüresitzungen und schreibpraktische Sitzungen wechseln sich ab. Die Lektüresitzungen dienen der Auseinandersetzung mit theoretischen Texten über essayistisches Schreiben (u.a. Adorno, Lukács, Bense) und der Analyse von Beispielen (u.a. von Röggla, Schalansky). In den praktischen Sitzungen wird sukzessive der eigene Text erarbeitet: Von der Wahl des Gegenstandes, über die Entwicklung des Gedankens, der Richtung, der Argumentation, das Verfassen eines ersten Abstracts, bis zur Ausführung des argumentativen Aufbaus und der Titelfindung. Gegenseitiges Feedback im Seminar ist dafür zentral. Am Ende des Semesters sollen fortgeschrittene oder abgeschlossene Essays aller Teilnehmenden vorliegen.

 


 

Seminar: Re-Understanding Media. Media Theory and Aesthetics after McLuhan (FK-T2, FK-T4, KP E.02.09)

Amelie Buchinger, M.A.

Dienstags, 10–14 Uhr, 14-tägig

Beginn: 14.04., Neubau, Raum E.O1.23

 

When do technologies become media? How do media not only determine how we perceive the world but also shape individuals and society? What is the relation between media and aesthetics – and what role can artists play in critically examining this relation? These are some of the questions at the heart of Marshall McLuhan’s “Understanding Media”, a book written in 1964 during the heyday of electronic media and which by now is regarded as foundational for the theoretical study of media. The seminar introduces key concepts of McLuhan’s media theory: from the notion of media as extensions of human senses to why the medium itself (and not content) is the message of media or the influential differentiation of high and low resolution as a question of the perception and effect of different media.

In the seminar, we will read excerpts from “Understanding Media” and discuss these together with recent feminist and antiracist critiques of McLuhan’s work. A main focus of the seminar will be the increasing interest in McLuhan’s notion of ‘hot’ and ‘cold’ media by artists and media scholars in recent years and its impact on media aesthetics. How can we read McLuhan today to think through the aesthetic, ecological, and political challenges of our own contemporary media age shaped by digital technologies such as AI and its role in an increasingly warming world?

With texts by Sarah Sharma, Armond R. Towns, Hito Steyerl, Jonathan Sterne, Mél Hogan and Nicole Starosielski and art works by Rosa Menkman, the Small File Media Festival, Richard Mosse, and others.

 


 

Seminar: Körper - Kult - Milieu: die Jungfrau Maria in Kunst und Theorie

Mascha Salgado de Matos, M.A., Dr. Sabine Weingartner

Dienstags, 13–15 Uhr, wöchentlich

Beginn: 14.04., Neubau, E.EG.28

 

Die heilige Jungfrau Maria hat viele Namen: Sie gilt als barmherzige Retterin, Weltenherrscherin (domina mundi), Himmelskönigin (regina coeli), Stern des Meeres (maris stellae), Miterlöserin (corredemptrix) und Vermittlerin (mediatrix). Besonders interessant für das Seminar ist das Motiv der Maria Lactans, in dem die Milch die körperlichen Grenzen der Figur überschreitet und materielle wie affektive Durchlässigkeit sichtbar macht. Als Jungfrau (virgo) und Mutter Gottes (mater dei) – als Gottesgebärerin (genitrix/theothókos) – war ihr Körper nicht nur Gegenstand christlich-theologischer Dispute, sondern ist bis heute Projektionsfläche, Streitobjekt und Imaginationsraum in Kunst, Theorie und (pop-)kulturellen Bildwelten.

Das Seminar ist ein interdisziplinäres Angebot der Kunstgeschichte und Philosophie. Es verbindet kunsthistorische Analyse konkreter Marienbilder mit der Lektüre philosophischer und feministischer Texte. Untersucht wird, wie der Körper Marias dargestellt, begrifflich gefasst und zur Modellierung von Weiblichkeit herangezogen wird.

Zu Beginn erarbeiten wir gemeinsam zentrale Bildtypen der Maria in Kunst- und Mediengeschichte. In Anlehnung an die Bildtafeln von Aby Warburg bringen die Teilnehmenden eigene Marienbilder mit – sei es aus der Kunst, der Pop- oder Alltagskultur oder der eigenen künstlerischen Produktion. Im Seminar werden die Bilder konstelliert: Sie werden zueinander in Beziehung gesetzt, wodurch motivische Wanderungen und Verbindungen sichtbar werden.

Diese ikonographische und ikonologische Annäherung macht nicht nur verschiedene Kontexte auf, sie erlaubt es, unseren (orts)spezifischen Ausgangspunkt zu konturieren. Unsere „Bildpromenade“ (David Joselit) führt zu den Hintergründen und Übertragungen, die der Marienverehrung zugrunde liegen – nicht nur in Europa, sondern in beinahe allen Teilen der Welt, in denen sich das Christentum in seiner kolonialen Verstricktheit ausgebreitet hat.

Aufbauend darauf beschäftigen wir uns vertiefend mit feministischer Theorie: In der Maria Lactans lassen sich Fragen der „Verflüssigung“ von Subjektkonstitution erkennen, wie sie bei Julia Kristeva, Luce Irigaray und Bracha Ettinger diskutiert werden und in der posthumanen, „hydrofeministischen“ Phänomenologie von Astrida Neimanis weitergeführt werden.

Die Lektüren werden größtenteils in Englischer Sprache sein.

 


 

Seminar: „Entartet“ – Diffamierte Kunst und Musik im Nationalsozialismus (FK-T2 und FK-T4, KP E.02.09)

Beo Tomek (AdBK), Leon Zmelty (HMTM)

Mittwochs, 11–13 Uhr, wöchentlich

Beginn: 22.04., Hinweis: die erste Sitzung wird in der Musikhochschule stattfinden

 

Anhand der beiden Feme-Ausstellungen „Entartete Kunst“ (München, 1937) und „Entartete Musik“ (Düsseldorf, 1938) wird die Kulturpolitik im Nationalsozialismus untersucht. In dem gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) durchgeführten Seminar werden die formale Ausgestaltung der beiden Ausstellungen sowie Werke und Biografien verfolgter Kunstschaffender beider Disziplinen miteinander verglichen.

Außerdem wird über eine begriffsgeschichtliche Auseinandersetzung mit den Kampfbegriffen „Entartung“ und „Kulturbolschewismus“ herausgearbeitet, wie vor und während des Nationalsozialismus in Diffamierungskampagnen gegen moderne Kunst- und Musikströmungen als auch einzelne Künstler*innen agitiert wurde. Dabei wird es auch um die Ambivalenzen, Widersprüche und Richtungsdebatten gehen, unter denen die offizielle Kunst- und Kulturpolitik im Nationalsozialismus ausgehandelt wurde.

In Gegenüberstellung zu den NS-Propagandaveranstaltungen „Große Deutsche Kunstausstellungen“ sowie den „Tagen der deutschen Musik“ steht hierbei auch die Frage im Raum, mit welchen ästhetischen Kategorien bei der Unterscheidung zwischen „deutscher“ und „entarteter“ Kunst bzw. Musik operiert wurde und inwieweit sich diese unmittelbar in den jeweiligen Werken nachvollziehen lassen.

Das Seminar findet im Wechsel an der Musikhochschule sowie der Akademie statt.

Teil des Seminars ist ein Präsentationsabend gegen Ende des Semesters, bei dem Rechercheergebnisse aus dem Seminar präsentiert werden.

 


 

Seminar: Spekulation und Futurität in der Ästhetik

Lorenzo Gineprini, M.A.

Dienstags, 10–14 Uhr, 14-tägig

Beginn: 21.04., Neubau, E.O1.23

 

Zeitgenössische ökologische Kunst richtet sich häufig auf die Imagination von Zukunftsszenarien, teils spielerisch-experimentell, teils in Form düsterer posthumaner oder apokalyptischer Bilder. Da die Klimakrise die Gegenwart unmittelbar mit Ängsten und Ungewissheiten über die Zukunft konfrontiert, wird Kunst zu einem Ort, an dem die schwer vorstellbaren Folgen dieser Krise sinnlich erfahrbar und greifbar gemacht werden können.

Das Seminar widmet sich diesen Formen künstlerischer Spekulation und Futurität mit drei Zielen. Erstens wird der Unterschied zwischen ästhetischer Spekulation und naturwissenschaftlicher Analyse der Zukunft untersucht. Gerade in der Erforschung ökologischer Folgen des Klimawandels arbeiten auch die Naturwissenschaften mit künftigen Szenarien. Während sie jedoch vor allem mittels quantitativer Daten, Simulationen und probabilistischer Verfahren operieren, um plausible Zukunftsmodelle zu entwerfen und Unsicherheiten zu reduzieren, begreifen ästhetische Spekulationen das Ungewisse und Unbestimmte als Potenzial. Sie zielen darauf, die Frage nach der Zukunft in der Klimakrise nicht allein dem wissenschaftlichen Diskurs zu überlassen, sondern durch ästhetische Erfahrung neue Erkenntnismodi hervorzubringen.

Zweitens wird das politische Potenzial dieser Spekulationen diskutiert. Viele künstlerische Arbeiten gehen davon aus, dass die Visualisierung von Zukunftsszenarien ökologisches Bewusstsein fördert, die Dringlichkeit der Klimakrise vor Augen führt und dadurch zur Mobilisierung beitragen kann. Dieses Wirkungsmodell riskiert allerdings eine Instrumentalisierung der Kunst als Katalysator ökologischen Engagements und wird daher im Seminar diskutiert und hinterfragt.

Drittens fragt das Seminar nach der kunsthistorischen Einordnung gegenwärtiger spekulativer ökologischer Praktiken. Auch vor der heutigen Klimakrise haben künstlerische Arbeiten mit Entwürfen, Projektionen und Imaginationen des Zukünftigen operiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was an ökologischen spekulativen Ästhetiken neu ist und wodurch sie sich von früheren Formen utopischer oder dystopischer Kunst unterscheiden.

Diese Fragen werden sowohl durch die Lektüre und Diskussion philosophischer Texte als auch durch die Analyse künstlerischer Arbeiten und die Auseinandersetzung mit der eigenen künstlerischen Praxis der Studierenden bearbeitet.

 


 

Seminar: Kritik in der Krise. Philosophie, Politik und Kunst

Dr. Stephan Gregory

Dienstags, 14:15–15:45 Uhr, wöchentlich

Beginn: 14.04., Altbau, A.U1.12

 

Seit der griechischen Antike steht der Begriff der Kritik für eine bestimmte Form des Denkens: für die Fähigkeit, die Dinge der Welt nicht wahllos zu vermischen, sondern sie auseinanderzuhalten, sie voneinander zu unterscheiden, festzustellen, was zu ihnen gehört und was nicht. Kritisches Denken (von griechisch kritein = unterscheiden) ist urteilendes Denken, ein Denken, das Teilungen verfügt und Einteilungen erstellt. Als solches steht es am Beginn dessen, was man Wissenschaft nennt; der Begriff scientia geht zurück auf die griechischen bzw. lateinischen Verben σχάζω und scire, die beide die Bedeutung von spalten oder trennen haben. In der westlichen Tradition hat diese spezifische Leistung des urteilenden, unterscheidenden, analytischen Denkens spätestens seit Descartes eine absolute Vormachtstellung erlangt; kritisches Denken steht im Kern des Projekts »Aufklärung« und prägt bis heute das Selbstverständnis der modernen, säkularen, »westlichen« Kulturen. Das Seminar wird den wechselhaften Schicksalen des Kritik-Begriffs auf drei Feldern nachgehen:

Philosophie. Wenn Kant in seiner Kritik der reinen Vernunft (1781) davon sprach, dass »allein der kritische Weg noch offen« sei, so stellt sich heute der Eindruck ein, dass dieser Weg nicht mehr ganz unbekümmert weiterverfolgt werden kann. Zwar ist der Begriff der Kritik nach wie vor von zentraler Bedeutung, etwa für die postkoloniale Theorie (vgl. Achille Mbembes Kritik der schwarzen Vernunft); es ließe sich aber fragen, inwieweit ein derart eurozentrischer Begriff sich überhaupt in ein Projekt zur Dekolonialisierung des Denkens fügen kann. Andere Schwierigkeiten tun sich in der Debatte um wissenschaftliche Wahrheit und »post truth« auf: Vertreter der hard sciences fragen polemisch, ob nicht ein Übermaß an geisteswissenschaftlicher »Dekonstruktion« dem heutigen rechten Denken in »alternative facts« in die Hände gespielt hat – eine Unterstellung, die vielleicht ungerecht ist, die sich aber auch nicht unbeantwortet zurückweisen lässt.

Politik. Wie der Historiker Reinhart Koselleck gezeigt hat, waren es eine Kultur der öffentlichen Kritik und ein Kult der moralischen Überlegenheit, mit deren Hilfe sich das aufgeklärte Bürgertum im 18. Jahrhundert gegen den fürstlichen Absolutismus durchsetzen konnte. Seitdem haben alle reformistischen oder revolutionären Bewegungen der Moderne auf die Waffe der Kritik gesetzt und zugleich lebhaft darüber gestritten, wie von ihr am besten Gebrauch zu machen sei. Hannah Arendt lobte die Kritik als Ausübung politischer Urteilskraft; Theodor W. Adorno sah in ihr die einzig mögliche philosophische Haltung angesichts der Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Kritik konnte sich aber auch als lähmend und ganz und gar unkritisch erweisen, nicht nur in den stalinistischen Ritualen der »Kritik und Selbstkritik«, sondern auch in der Praxis linker Selbstzerfleischung, wie sie etwa in den kommunistischen und autonomen Splittergruppen der 1970er und 80er Jahre stattfand. Uneindeutig ist auch die heutige Lage: Neben einem verbreiteten »Unbehagen an der Kritik« finden sich Versuche zu ihrer Wiederbelebung – in Foucaults Konzept des »Wahrsprechens«, das Kritik von der Ideologiekritik zur ethischen Praxis verschiebt, oder in Judith Butlers Aufruf zu einer »rücksichtslosen Kritik«, die ihre eigenen Voraussetzungen mitreflektiert.

Kunst. Eine eigenständige Kultur der »Kunstkritik« (im Unterschied zu Malerbiografien oder Bildbeschreibungen, wie sie seit der Reniassance gängig waren) entwickelt sich in der Pariser Salons des 18. Jahrhunderts. Seitdem stehen Kunst und Kritik in einem gespannten Verhältnis: Inwiefern kann ein analytisches, von außen kommendes Urteil dem Kunstwerk gerecht werden; welche Formen der Abhängigkeit, der Unterwürfigkeit oder der symbiotischen Koproduktion entstehen zwischen Künstler:in und Kritiker:in? Auch in der Kunstkritik wird heute von einer »Krise« gesprochen, und diese Krise hat eine dezidiert ökonomische Dimension. Wie die Zeitschrift Texte zur Kunst in ihrem Dezemberheft 2025 diagnostiziert, hat die Kritik die wertbildende Funktion, die sie in dem seit Ende des 19. Jahrhunderts etablierten »dealer-critic system« innehatte, seit den 1990er Jahren sukzessive eingebüßt; Auktionshäuser, Datenportale und Rankingsysteme verschieben die Kräfteverhältnisse innerhalb der Kunstökonomie grundlegend. Was bedeutet es für die Kunstkritik, wenn sie ökonomisch überflüssig zu werden scheint? Was bedeutet es für die Kunst, wenn sie sich immer weniger der fachlichen Kritik aussetzt? Und in welcher Verbindung steht die Krise der Kunstkritik zu den Krisen der Kritik, die sich auf dem Feld der Philosophie und der Politik beobachten lassen?

 


 

Blockseminar: Welt und Umwelt unter postdigitalen Vorzeichen

Dr. Alexandra Heimes

Beginn: 15.05., 14–16 Uhr, Online (via Zoom)

Weitere Termine: 29.06., 30.06., 01.07., 02.07.

 

Seit gut 20 Jahren ist der Begriff des Postdigitalen in Umlauf, um eine Gegenwart zu beschreiben, in der so gut wie alle Bereiche von digitalen Technologien durchdrungen sind. Dies betrifft die Routinen unserer alltäglichen Lebenspraxis ebenso wie die Formen datenbasierter Wissensproduktion oder die Operationen globaler Finanzmärkte. Und es wirft die Frage auf, wie wir die Welt unter postdigitalen Vorzeichen erfahren, wie wir reflexiv und handelnd auf sie zugreifen können. Denn auch dann, wenn wir uns in überschaubaren, vermeintlich konkreten Umwelten bewegen, sind wir immer schon in vernetzte Infrastrukturen eingespannt, die sich über verschiedene Wirklichkeitsbereiche und Größenordnungen hinweg erstrecken, dabei aber kaum als solche zutage treten. Die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenzen trägt das Ihre dazu bei, die geläufigen Formen der Welterschließung auf die Probe zu stellen; parallel dazu kommen fiktionale Entwürfe von anderen oder zukünftigen Welten zu neuer Blüte. Diesen Zusammenhängen werden wir im Seminar genauer nachgehen: Wie verändern sich unsere Vorstellungen von Welt und Umwelt im Zeichen einer immer weiter um sich greifenden Digitalisierung? Welche Formen der (distribuierten) Handlungsmacht bringt das Eingebundensein in techno-ökologischen Umgebungen mit sich? Nicht zuletzt werden wir uns mit Beispielen aus der ästhetischen Praxis (Kunst, Literatur, Computerspiel) auseinandersetzen, um zu fragen, wie (andere) Welten gegenwärtig imaginiert, modelliert und dargestellt werden.

 


 

Seminar: Ästhetik und Psychoanalyse: Bild, Technik, Zeitlichkeit

Davide Mogetta, M.A.

Dienstags, 16–18 Uhr, wöchentlich

Beginn: 14.04., Neubau, E.EG.28

 

Die Psychoanalyse bietet nicht nur eine Theorie des Unbewussten, sondern auch eine Theorie von Bildlichkeit, Technik und Zeitlichkeit. Im Seminar untersuchen wir die ästhetische Dimension zentraler psychoanalytischer Begriffe.

Wir widmen uns drei Themenfeldern: Bild, Technik und Zeitlichkeit. Bilder und die Bildmetaphorik sind in psychoanalytischer Hinsicht von zentraler Bedeutung. Der Traum folgt zum Beispiel einer spezifischen Bildlogik, die sich nur indirekt deuten lässt und um die es im Seminar gehen wird. Genauer geht es um die Frage: Lässt sich das Unbewusste in irgendeiner Form »abbilden«, wie es in der surrealistischen Malerei, etwa bei Salvador Dalí, der Fall zu sein scheint? Oder geht es im unbewussten Seelenleben um einen Prozess der Entstellung und Gestaltung, der sich nur nachträglich und indirekt deuten lässt? Diese Frage wird in Auseinandersetzung mit Max Ernst und seiner Frottage- und Collagetechnik diskutiert. Bei Ernst scheint die künstlerische Technik in einer produktiven Spannung zur analytischen Technik zu stehen. Bilder bilden das Unbewusste nicht ab, sondern rufen in der Betrachtung freie Assoziationen hervor, die wiederum in einem konstitutiven Verhältnis zum Bild stehen. Dies wirft die weitere Frage auf, wie die Nachträglichkeit dieses verstehenden Sehens zu lesen/deuten ist. Handelt es sich um eine Konstruktion oder um eine Re-konstruktion? Lässt sich überhaupt – angesichts der Zeitlichkeit des analytischen Prozesses, des Bildes und der Bildbetrachtung – zwischen Konstruktion und Rekonstruktion entscheiden?

Das Seminar untersucht diesen Themenkomplex aus philosophisch-ästhetischer Perspektive durch die Lektüre ausgewählter Aufsätze von Sigmund Freud, Jacques Lacan, Jacques Derrida und Elvio Fachinelli sowie künstlerischer und kunstkritischer Texte. Die Diskussion theoretischer Texte wird mit der Analyse konkreter künstlerischer Verfahren und Schaffensprozesse verbunden.

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