Karolin Meunier, Aller-Retour et Aller. Dialog mit einem Film, Lesung, Gespräch und Workshop
Karolin Meunier | Lesung & Gespräch
Datum & Uhrzeit: Do | 25.01.2024 | 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.O1.23
Aller-retour et aller tritt in Dialog mit „Wanda" (USA 1970), dem ersten und einzigen Spielfilm der Regisseurin und Schauspielerin Barbara Loden. Der Film gehört heute zu einem der wichtigsten Werke des weiblichen Independent Kino. Die französische Autorin Nathalie Léger hat der Geschichte 2012 eine autofiktionale Erzählung gewidmet. In Supplément à la vie de Barbara Loden schreibt sie: „Eine Frau erzählt ihre Geschichte durch die einer anderen Frau.“ Karolin Meunier blendet in ihrer Lesung die Biographien von Filmfigur, Schauspielerin und Literatin sprachlich ineinander und bringt dabei den Prozess der Lektüre und Übersetzung mit zur Aufführung. Der Text ist 2023 in der zweisprachigen Publikationsreihe des Harun Farocki Instituts erschienen.
Karolin Meunier ist Künstlerin und Autorin in Berlin. Ihre Performances, Texte und Videoarbeiten adressieren, wie individuelle Erfahrung durch kulturelle Techniken geprägt wird. Sie forscht derzeit an der HFBK Hamburg zu experimentellen, feministischen Schreibstrategien und Übersetzungsprozessen. Sie ist Mitglied der kollektiven Verlagsbuchhandlung in b_books in Berlin, wo 2024 ihr Künstlerbuch zu einem Werk der italienischen Feministin Carla Lonzi erscheint.
26.1.24
Die Ethnographin ihrer selbst: Autofiktion, Autotheorie
Workshop mit Karolin Meunier
Für den Workshop bitte unter
Oliver Precht, Tropical Writing: Wild Freedom in a Climate of Dictatorship (on Clarice Lispector)
Vortrag am 18.01.2024 um 18.15 Uhr im Neubau der AdBK E.O1.23
Often misunderstood as a mystical author that explores the inner life and the timeless fundamental questions of mankind, the political, at times even revolutionary dimension of Clarice Lispector's novels and stories remains to be discovered. In a climate of military dictatorship and under the pressure of censorship, Brazil's most acclaimed author developed a tropical, sometimes concealed style of writing that refuses to appear before the law of patriarchy, a vision that sheds the burden of extractivism and frees itself from the illusion of a mastery of nature. Long before the term was coined, she invented a literature for the anthropocene.
Oliver Precht is a philosopher and literary scholar at the Leibniz Center for Literary and Cultural Research (Berlin), where he researches the reception of Marx in France. He is currently developing a research project on cosmopolitics in the Amazon region. He is co-editor of the book series "Neue Subjektile" and works as a translator from Portuguese, English and French.
__ der Vortrag findet in Englischer Sprache statt! the talk will be held in English!
What does it take to go deep?
What does it take to go deep? Ozeanische Darstellungspraktiken und Dekoloniale Ökologie
Vortrag und Workshop von Julia Schade
Datum: 11.12.2023-12.12.2023
Ort: Akademie der Bildenden Künste, Neubau
Montag, 11.12.2023, 18 Uhr c.t., AdBK Neubau, Raum E.EG.28
Vortrag, What does it take to go deep? Ozeanische Darstellungspraktiken und Dekoloniale Ökologie von Julia Schade
Dienstag, 12.12.2023, 10-14 Uhr c.t., AdBK Neubau, Raum E.O2.29
Workshop, What does it take to go deep? Mee(h)rwasserdenken mit Julia Schade
Anmeldung unter
Vortrag und Workshop knüpfen thematisch an das Smeinar In/Über/Durch den Ozean an. Es gibt unzählige künstlerische, literarische, musikalische Auseinanderstzungen mit dem Meer: Als Sehnsuchtsort oder als Ort des Schreckens ist das Meer Motiv und Metapher zugleich. Insbesondere ind er westlichen Moderne zeugen solche Zugriffe von dem menschlichen Blick, der die Natur im Allgemeinen und das Meer im Besonderen zur anthropomorphen Projektionsfläche macht. Über Jahrtausende, so scheint es, ist die Besegelung der Ozeane eine Begegnung mit ebendieser Flächigkeit, die durchkreuzt und bezwungen wird. Das Studium der Sterne, Winde, Wirbel und Strömungen, ist bestimmend für jegliche ozeanische Unternehmung - die meisten Seefahrer:innen konnten jedoch nicht schwimmen. Die Tiefen oder gar Untiefen bleiben Topologien des Mythischen, das zornige Seeungeheuer, wollüstige Jungfrauen und versunkene Wunderstädte beherbergt.
Zu Beginn des 21.Jahrhunderts ist eine Wende in den Kultur-und Geisteswissenschaften erkennbar, denen Ideen des Ozeanischen gemeinsam, welche über die Historisierung der Meere hinaus gehen – nämlich in sie hinein. Gegenwärtig werden diesbezügliche trans-und interdisziplinäre Überlegungen unter dem Banner der sogenannten „Blue Humanities“ zusammengefasst.
Julia Schade stellt mit ihrem Vortrag What does it take to go deep? künstlerische Praktiken vor, deren Auseinandersetzungen mit dem ozeanischen Unter-Wasser Verschränkungen von Ökologie und de-/kolonialen Praktiken zeitigen und nachvollziehen. Mit diesem Fokus wird auch das "ozeanische Denken" wie es in den Blue Humanities zuweilen als neue, fließende "nasse Ontologie" (Peter Steinberg; Kimberley Peters) kritisch erweitert.
Der Workshop Mee(h)rwasserdenken führt diese Überlegungen anhand der Lektüre des Textes "Thinking through Seawater" (aus dem Buch "Wild Blue Media") von Melody Jue, sowie anhand ausgewählter künstlerischer Arbeiten fort.