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Angesichts der enormen Herausforderungen der Gegenwart und ihren ökologischen und gesellschaftlichen Krisen steht auch das Ideal des westlichen weißen Mannes als universaler Repräsentant des Menschlichen wiederholt in der Kritik. Nicht nur die transdisziplinären Diskurse des Posthumanismus und Post-Anthropozentrismus attackieren diese Normierung des Menschseins und dekonstruieren sie gemeinsam mit der Annahme, der Mensch würde eine herausragende Sonderstellung unter den vielfältigen Lebensformen der Erde einnehmen. Auch die Künste, für die das Menschenbild schon immer von genuinem Interesse war, arbeiten intensiv an der Aufhebung lang etablierter Festlegungen des Menschseins und entwerfen in radikaler und teils höchst spekulativer Art und Weise alternative Formen des Humanum.

Mit seinem siebten Jahresthema widmet sich das cx centrum für interdisziplinäre studien der Frage, wie das Menschliche in den Künsten und Wissenschaften aktuell neu bestimmt wird. Der Titel des Jahresthemas bezieht sich auf die Formulierung „Towards Human after Man“ von Sylvia Wynter. Die jamaikanische Autorin und Philosophin plädiert bereits seit mehreren Jahrzehnten für eine Perspektive, die in den Rand- und Schwellenbezirken der vorherrschenden westlich normierten und rassifizierten Konfiguration des Menschen angesiedelt ist, um das Menschsein anders zu denken. Sie schlägt damit parallel zu einer Reihe weiterer Theoretiker_innen der Black Studies eine dekoloniale Konzeption des Menschlichen vor, die in den gegenwärtigen posthumanistischen Diskursen häufig unterbelichtet bleibt. „Human after Man“ versucht dezidiert diese dekoloniale Perspektive mit Ansätzen in Bezug zu setzen, die vorrangig im Klimawandel, gegenwärtigen Artensterben (Ursula K. Heise) oder einer immer engeren Verschmelzung von Lebendigem und Technischen und den damit verbunden kapitalistischen Ausbeutungs-mechanismen (Rosi Braidotti) den zwingenden Anlass für eine Neubestimmung des Menschlichen sehen. Die Vortragsreihe geht dabei in kritische Distanz zum Super- oder Transhumanismus und seiner Idee der technischen Verbesserung oder Erweiterung des Menschen. Der Mensch erscheint in ihr nicht nur als biologisches Wesen, sondern als ein vielgestaltiges Humanum, dessen Formen auch von diversen sozialen und mythologisch-fiktiven Narrativen geprägt sind.

 

 

Interdisziplinäre Vortragsreihe

 

Ort Historische Aula im Altbau

Akademie der Bildenden Künste München

Akademiestraße 2

80799 München

Zeit Dienstag 19:00 Uhr

 

 

23. Oktober 2018: Monströse Re-Figurationen

Moreshin Allahyari


30. Oktober 2018: Afrofuturistische Visionen des Menschlichen

Jean-Pierre Bekolo

6. November 2018: Der Co/Sympoietische Mensch

Bracha L. Ettinger, Kathrin Thiele

 

20. November 2018: Jenseits der Heteronormativität

Maja Gunn, Zairong Xiang


18. Dezember 2018: Avatar-Werden

Louisa Gagliardi, Luciana Parisi


8. Januar 2019: Animistische Konzepte des Menschlichen

Istvan Praet

 

7. Mai 2019: Menschsein dekolonialisieren

Alexander G. Weheliye

 

 

 

Anhänge:
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