Wintersemester 2021/22

 

Co-Existence. Die Kunst des mehr-als-menschlichen Zusammenlebens 

Seminar (FK-T3, D.05.09)

Dr. Susanne Witzgall 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 2

Zeit Dienstag 14.00–16.00 Uhr, Beginn: 26.10. (Vorbesprechung), weitere Termine: 02.11., 09.11., 16.11., 30.11., 07.12., 14.12.2021, 11.01., 18.01.2022                                        
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In jüngerer Zeit häufen sich im Kunstbereich Projekte, Ausstellungen und diskursive Programme, die sich dem Thema der Co-Habitation bzw. der Co-Existenz von Menschen und Nicht-Menschen widmen. Die Ausstellung Cohabitation – Ein Manifest für Solidarität von Tieren und Menschen im Stadtraum (silent green, Berlin) mit einem umfangreichen Diskursprogramm oder das ProjektCritical Zones (ZKM, Karlsruhe) sind nur zwei Beispiele für das wachsende künstlerische sowie transdisziplinäre Interesse an Fragen des mehr-als-menschlichen Zusammenlebens vor dem Hintergrund eines rasanten Artenschwunds, eines sich potenzierenden Verlusts an fruchtbaren Böden sowie steigenden Mensch-Wildtier-Konflikten.

 

Das Seminar nähert sich dem Thema der „Co-Existenz“ unter anderem entlang zentraler Begriffe des gegenwärtigen, stark feministisch-posthumanistisch geprägten Diskurses wie „care“, „kinship“ (Verwandtschaft), Responsabilität, Solidarität oder Symbiose. Wir diskutieren aktuelle künstlerische und gestalterische Positionen von Alexandra Daisy Ginsberg, Forensic Architecture, Antje Majewski, Maria Michails, Susanne M. Winterling, Tomas Saraceno, Thao Nguyen Phan und vielen mehr und blicken dabei immer wieder auch auf inhaltlich korrespondierende künstlerische Arbeiten aus den 1970er, 1980er und 1990er Jahren zurück – darunter Projekte von Ant-Farm, Helen Mayer Harrison und Newton Harrison, Betty Baumont oder Mark Dion und Alexis Rockman. Als begleitende Lektüre, die mit den künstlerischen Positionen in einen kritischen Dialog gebracht wird, dienen Texte von Fahim Amir, Maria Puig de La Bellacasa, Donna Haraway, Natasha Mayers, Merlin Sheldrake und anderen.

 

Cross Challenge I: Caring Co-Existence 

Kooperationsprojekt mit der Technischen Universität München (Junge Akademie), der Hochschule für Film und Fernsehen und der Hochschule für Musik und Theater

Zeit Beginn: 21.10. (Vorstellung), weitere Termine (siehe auch unten): 22.10., 23.10., 04.11., 05.11., 06.11., 01.12., 08.12.2021, 12.01., 25.02.2022                                        
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Unser westlicher Lebensstil – geleitet von einem unersättlichen Konsumverhalten, der Ideologie eines kontinuierlichen Wachstums, zunehmender Ungleichheit, der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und einer Vermüllung der Erde – scheint vor dem Bankrott zu stehen. Es gilt mittlerweile als unumstritten, dass wir uns auf neue Art und Weise zur Mehr-als-menschlichen-Welt in Bezug setzen sowie neue Formen des Zusammenlebens denken und implementieren müssen. Aber wie und wo können wir hierbei in einem System ansetzen, das jeden von uns fest im Griff hat und alternative Ideen beständig diskreditiert? Wie können wir Möglichkeiten für einen Wandel und ein symbiotischeres Werden aufspüren, das in der Ungewissheit und Dunkelheit der Zukunft schlummert ohne von apokalyptischen Visionen übermannt zu werden? Wie können wir uns angesichts „kapitalistischer Ruinen“ (A. Tsing) und eines „zerstörten Planeten“ (D. Haraway) ein Zusammenleben mit einer Vielfalt von Spezies vorstellen und fördern?

 

In transdisziplinären und kollaborativen Projekten sollen Ansatzpunkte, erste Konzepte, Praktiken oder sogar Teillösungen auf diese drängenden Fragen unserer Zeit untersucht werden. Es gilt Gegenwart und Zukunft einer „Caring Co-Existence“ zu erforschen – ökologischer Formen der Existenz, die es wert sind verfolgt zu werden. Die Projekte können eine Veränderung der Wahrnehmung und affektiven Gestimmtheit provozieren, alternative Formen der Kommunikation mit der lebenden und nicht-lebenden Welt erforschen, sozio-ökologische Gewalt und Ungerechtigkeit adressieren, eine ethischere Verflechtung von Technologie und ‚Natur‘ befördern oder mit fruchtbareren Modi des Zusammenlebens experimentieren. Sie können kühne Visionen entwerfen oder relative kleine Interventionen und Interaktionen realisieren, die nichts destotrotz komplexe Mustern und Systeme des Wandels (A. M. Brown) nach sich ziehen.  

 

1. Block:       

21.10.2021 / 18:00 bis 19:30 Uhr / AdbK, Historische Aula

Begrüßung, Vorstellung des Projekts, Vorstellungsrunde der Teilnehmer*innen 

22.10.2021 / 17:30 bis 20:00 Uhr / TUM, Turm

Einführung "Caring Co-Existence"

Präsentationen von Alexandra Daisy Ginsberg und Paulo Tavares (online)

anschließend Panel Diskussion und Q&A 

23.10.2021 / 10:00 bis 15:30 Uhr / HFF, Seminarraum 1 (2.01)

Workshop und Teambuilding 

 

2. Block: 

04.11.2021 / 17:00 bis 18:30 Uhr HFF, Audimax

Merlin Sheldrake im Gespräch mit Susanne Witzgall und Daniel Lang (online)

anschließend Q&A 

05.11.2021 / 14:00 bis 18:00 Uhr / AdBK, Historische Aula

Workshop

06.11.2021 / 12:00 bis 17:00 Uhr / Seminarraum 4, HFF

Arbeit im Team und Feedback-Runde

 

Weitere Termine: 

01.12.2021 / 18:00–20:00 Uhr

Feedbackrunde für Team 1 und 2

08.12.2021 /18:00–20:00 Uhr

Feedbackrunde für Team 3

12.01.2022 / 17:00–21:00 Uhr / TUM Dieter Thoma Labor

Input und Feedbackrunde für alle Teams

25.02.2022:  Closing/Abschlusspräsentation

 

Das Format Cross Challenge

Die komplexen Problemstellungen der Gegenwart können nur im Verbund verschiedener Er­kenntnis- und Praxisformen adäquat erfasst und verhandelt werden. Es gilt unkonventionelle Analysewerkzeuge sowie alternative Denk- und Handlungsstrategien zu entwickeln, die den aktuellen sozio-ökologischen Herausforderungen gerecht werden können und die notwen­dige Transformation der Gesellschaft vorantreiben. Hier setzt Cross-Challenge an. Dieses gemeinsame transdisziplinäre Projektformat der Jungen Akademie der Technischen Universität München (TUMJA), der Akademie der Bildenden Künste (AdbK), der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) sowie der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) ist be­wusst experimentell ausgerichtet.

 

Fortgeschrittene Studierende der vier Hochschulen werden dazu eingeladen, zu einer vorab definierten aktuellen Fragestellung ein kollaboratives Projekt zu initiieren und umzusetzen. Über einen Zeitraum von vier Monaten (16 Wochen) entwickeln ausgewählte Studierende aus verschiedenen künstleri­schen Disziplinen sowie unterschiedlichen technischen, geistes-, gesellschafts- oder natur­wissenschaftlichen Fächern in kleinen Gruppen von vier bis sechs Personen ein gemeinsa­mes Projekt. Sie erhalten hierfür ein kleines Produktionsbudget, fachlichen Input von internationalen Expert*innen im Rahmen von Workshops und Vorträgen und werden von Do­zent*innen der Partnerhochschulen begleitet und unterstützt. 

 

Projektergebnisse können künstlerische oder dokumentarische Arbeiten, wissenschaftliche Abhandlun­gen oder gesellschaftliche Interventionen sein. Sie können eine poetisch-beschreibende, analytische, kritisch-reflektierende oder politisch-akti­vistische Ausrichtung haben und hybride Formen annehmen, die konventionelle Gattungen sprengen. Ziel des gemeinsamen projektbezogenen und kollaborativen Formats ist es durch inter- und transdiszipli­näre Zusammenarbeit andere Perspektiven auf zentrale Fragestellungen unserer Zeit zu er­öffnen sowie neue Herangehensweisen und Praxisformen zu erproben. Als hochschulüber­greifende Initiative möchte Cross-Challenge bereits im Studium eine transdisziplinäre For­schung und insbesondere die Zusammenarbeit zwischen angehenden Wissenschaftler*innen und Künst­ler*innen fördern, der ein wegweisendes Innovations- und Transformationspotential zugeschrieben wird. 

 


 

Sommersemester 2021: Wissen = Macht?

 

Anderes Wissen

(FK-T3, D.05.09)

Dr. Susanne Witzgall 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 2

Zeit Dienstag 14.00–16.00 Uhr, Beginn: 20.04. (Vorbesprechung), weitere Termine: 27.04., 04.05., 11.05., 18.05., 25.05., 01.06., 08.06., 15.06., 29.06., 06.07., 13.07.2021.                                          
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Für Joseph Beuys, der dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, stellte die fast ausschließliche Fokussierung der westlichen Gesellschaften auf das wissenschaftliche Wissen die eigentlich zu heilende Wunde des Menschen dar. Dabei ging es ihm jedoch nicht um eine totale Zurückweisung des wissenschaftlichen Denkens, sondern um dessen Ergänzung durch andere Erkenntnisformen. In der Zwischenzeit wurde nicht nur der alleinige Wahrheitsanspruch des wissenschaftlichen Wissens einer Kritik unterzogen (sowie diese Kritik im „postfaktischen Zeitalter“ verdreht und missbraucht), sondern auch die Forderung lauter andere marginalisierte Wissensformen stärker zu berücksichtigen. Denn durch traditionelle Festlegungen, wer Wissen produzieren und was als Wissen gelten darf, werden koloniale Machtverhältnisse reproduziert und andere Perspektiven und Erkenntnisse negiert, die für die Bewältigung der gegenwärtigen Krisen von hoher Relevanz sind.

 

Das Seminar ist der Dekolonialisierung des Wissens bzw. dem anderen Wissen gewidmet: dem magischen und indigenen Wissen, dem verschwiegenen Körperwissen oder praktisch-handwerklichen Wissen. Diese Wissensformen oder ihre hybride Mixtur mit wissenschaftlichen Erkenntnissen sind gerade auch für die Künste von hoher Relevanz, denen selbst seit einigen Jahrzehnten im zeitgenössischen Kunstdiskurs eine besondere Form der Wissensgenerierung zugeschrieben wird. Wir analysieren zeitgenössische Künstler*innenpositionen von Minia Biabiany, Grada KilombaDesert ArtLAB, Mariechen Danz, Khvay Samnang, Zadie Xa und vielen mehr, die anderes Wissens evozieren oder sich bewusst auf andere marginalisierte Wissensformen beziehen und setzen sie in Bezug zu zentralen theoretischen Texten unter anderem von Karen Barad, Gilles Deleuze, Donna Haraway, Michael Polanyi oder Boaventura de Sousa Santos. Wir sprechen über Kunstausstellungen als mögliche Orte der Wissenserzeugung und diskutieren über die Rolle der Kunst in einer neoliberalen Ökonomie des Wissens, in der Erkenntnis und Bildung zunehmend Vermarktungsinteressen unterworfen werden. Wenn möglich, sollen die Seminarsitzungen durch Gespräche mit „Hüter*innen anderen Wissens“ und gemeinsame Besuche von Ausstellungen (z.B. Haus der Kunst / Lothringer 13) ergänzt werden.

 


 

How to imagine the Academy of the Future? Kunst, Bildung, Wissen und ihre Transfers im Digitalen 

(FK-T4, KP C.01.09)

Prof. Dr. Marietta Kesting

Raum A.EG.01 (Alter Sitzungssaal)

Zeit Mittwoch 14.30-18.30, zweiwöchentlich, Beginn: 21.4.2021 (Einführung), weitere Termine: 5.5., 19.5., 2.6., 16.6.(Achtung: Raum Kollosssaal), 30. 6. 2021 

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Wem gehört das Wissen und die Kunst? Gibt es legitime Eigentümer*innen von Archivmaterialien, Songs, Videos, Gebrauchsfotografien? Wie kann digitale Teilhabe und Demokratie aussehen? Ist das Internet Property (Eigentum) oder Commons? Wer kümmert sich um die Instandhaltung oder Einrichtung der digitalen Infrastruktur? Warum ist in Deutschland das Internet langsamer und teurer als beispielsweise in Rumänien oder Estland? 

 

Nach einem Jahr, in dem wahrscheinlich viele mehr Zeit online als offline verbrachten, stellen sich diese Fragen mit neuer Intensität. Während das eflux Journal schon 2015 proklamierte „The Internet does not exist“, so hält es sich doch hartnäckig, als „a blur, a cloud, a friend, a deadline, a redirect, or a 404.“ Die Nutzung digitaler Inhalte ist mehr und mehr durch verschiedene Systeme wie Paywalls, Blockchain, NFTs (Non-fungible Tokens), Open Access und Fair Use organisiert, diese basieren auf grundlegend unterschiedlichen Vorstellungen von Wissenszirkulation, kreativem Eigentum und den digitalen Commons. Sie definieren Transparenz, Il/Legalisierung, Kommerz, Kontrolle, Aneignung und Zitate, Accountability und De/Zentralisierung jeweils unterschiedlich. Diese Diskussion ist besonders dringlich, da gegenwärtige Reformen der Universität und der Kunstakademie entworfen werden in Erwartung neuer Formen des Arbeitens, der Wertschöpfung und der Technologie. Sie schaffen damit einhergehend auch neue Formen von Subjektivität und Sozialität und definieren geistige und künstlerische Produktion und Autorschaft, sowie Möglichkeiten der gesellschaftlichen Partizipation.

 

Wie lassen sich andere Modelle der künstlerischen Arbeit und Nutzung in Bildung wie auch im Privaten, sowie der Zusammenarbeit und der Speicherung digitaler kultureller Inhalte für die Gegenwart und Zukunft entwerfen und propagieren, die sowohl fair den Urheber*innen gegenüber sind, aber auch sozio-ökonomisch Benachteiligten Teilhabe ermöglichen? Wie lassen sich die Machtgefälle als Teil des kolonialen Erbes auch im Digitalen nachverfolgen und adressieren? Wem gehören kulturelle und künstlerische Artefakte und warum wird Appropriation so unterschiedlich bewertet?

 

Falls unter Corona-Bedingungen möglich, wird eine Exkursion zu der Ausstellung „Bildungsschock“ kuratiert von Tom Holert, HKW Berlin, am Ende des Semesters stattfinden.

 

Künstlerische und aktivistische Positionen: Kollektiv Metahaven, Cheap Collective, Chaos Computer Club, Peng! Kollektiv, Raqs Media Collective, Filipa César, Ola Uduku, Street College, u.v.a.

 

Bitte beachten: Je nach Corona-Situation findet das Seminar bevorzugt in Präsenz oder online statt. Im Falle einer Online-Veranstaltung werden kürzere Sitzungen im wöchentlichen Rhythmus angeboten.

 


 

Ökologisches Denken/ökologische Praxis – Lektüreseminar und Kolloquium

(FK-T3, D.05.09)

Dr. Susanne Witzgall 

 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 2

Zeit Freitag 16.00–17.30 Uhr, Beginn: 23.04. (Vorbesprechung), weitere Termine: 30.04., 14.05., 21.05., 28.05., 04.06., 11.06., 18.06., 25.06., 02.07., 09.07.2021.                                          
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Wir lesen und diskutieren gemeinsam aktuelle Texte der relativ jungen „Interdisziplinen“ des Material Ecocriticism, Ecomaterialism oder der Environmental Humanities – darunter Texte von David Abram, Stacy Alaimo, Rosi Braidotti, Timothy Ingold, Rob Nixon, Timothy Morton und anderen. Darüber hinaus sind Studierende herzlichen dazu eingeladen eigene künstlerische Arbeiten zu ökologischen bzw. ökosozialen Fragestellungen vorzustellen. Ziel ist es in den nächsten Semestern diese Veranstaltung mit ihrem spezifischen inhaltlichen Fokus zu einem flexiblen Format auszubauen, das auch Gespräche mit Expert*innen aus unterschiedlichen Umweltdisziplinen sowie Ortbegehungen miteinschließt.

 


 

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2020

 

Without Measure? Excess(es) in Contemporary Art

Virtual conference, June 17 and 18, 2020


Hosts: Ursula Ströbele (Study Center for Modern and Contemporary Art at Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Munich) / Susanne Witzgall (cx centre for interdisciplinary studies, Academy of Fine Arts Munich)
 
To participate, please register via e-mail by June 15th at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (subject: “Without Measure”) and we will send you an access link and further information.
 
The word ‘excess’ comes from the Latin verb ‘excedere,’ meaning ‘to step outside, to go beyond something.’ Whether something is perceived as excess depends on cultural-social and historical normative frameworks. Yet excess implies not only the transgression of orders of values, but also of ecological, social, and human capacities, and suggests immoderateness, insatiability, lack of restraint, debauchery, or deviation. Today our reality seems to be saturated by various excesses: exaggerated increases in efficiency, the unrestrained consumption and squandering of resources in the modern economy, the verbal excesses of politics, the research-based excesses of the production and modularization of artificial life, and the algorithmic excesses of an increasingly wired and digitalized world are just a few 21st century examples of this phenomenon, which often has a negative connotation. At the same time, play with and the transgression of limits as anthropological constants entices us with its promise of transcendent experience, the liberation from social constraints, and creative flights of fancy. The term ‘excessive’ can be used to describe a dimension of experience or perception, a stylistic criterion, or a practice that crosses borders. Excesses have traditionally always been at home in visual art, given that they often operate beyond social etiquette and norms, evoking states of euphoria and intoxication, but also critically reflecting on economic and sociopolitical conditions.
 
The symposium “Ohne Maß? Exzess(e) in der zeitgenössischen Kunst” (Without Measure? Excess[es] in Contemporary Art) aims to explore how the art of the 21st century has confronted the theme of “excess.” How do current art practices approach this ambivalent phenomenon at a time when new excessive modes of behavior and processes are emerging, or at any rate seem to be increasingly coming to the fore? This symposium is dedicated to excess as a multilayered object of artistic investigation, but also as an artistic strategy for the creative transgression of boundaries and resistant practice. In connection with the 2019/20 theme of “excess” at the cx center for interdisciplinary studies, the symposium is a cooperation between the cx center for interdisciplinary studies at the Academy of Fine Arts, Munich, and the Study Center for Modern and Contemporary Art at the Central Institute for Art History, Munich. Lectures and Discussions will be in English.
 
Wednesday, June 17, 2020
 
1:30 pm


Welcome and Introduction


Ursula Ströbele and Susanne Witzgall
 
2:00–4:00 pm


Panel 1: Excessive Art?
 
Wouter Davidts (Gent)


Out of Scale. Excessive Size in Contemporary Sculpture
 
Dominik Brabant (Eichstätt-Ingolstadt)


Excesses of the real? Christoph Büchel’s Barca Nostra and art criticism
 
4:00–4:30 pm


Coffee Break
 
4:30–6:30 pm


Panel 2: Excessive Esthetic and (Queer) Identities
 
Julia Skelly (Montreal)


Interrogating Art History’s Excesses: Mickalene Thomas and Queer Black Decadence
 
Daniel Berndt (Berlin/Zürich)


More than Extra – Drag and Queer Identities in Ryan Trecartin’s and Lizzy Fitch’s Video Works
 
Thursday, June 18, 2020
 
10.30 am–12.30 pm


Panel 3: Art and the Excess of Objects
 
Rahma Khazam (London/Paris)


On Objects and their Excesses
 
André Rottmann (Berlin)


Another Vision of Excess: The Case of Cameron Rowland
 
12.30 pm–1:30 pm 


Break
 
1:30 pm–3:30 pm


Panel 4: Accumulation and Excesses of Information in the Arts
 
Elisa Linseisen (Paderborn)


Digital | Monumental. Excessive Data Processing in the Work of Ryoji Ikeda
 
Serena De Dominicis (Rome)


Excess. Art Faced to the Productivist Economic Model
 
3:30 pm–4:00 pm 


Final Discussion