Jahresthema „Fragile Identitäten“

Dreiteiliges Symposium „Fragile Identitäten“ (WS 2013/14)

 

13. Dezember 2013

Panel 3: Identitäten im Kontext radikaler sozialer Umbrüche

mit Claire Denis, Okwui Enwezor und Sarah Rifky


Claire Denis ist eine in Paris lebende Filmemacherin und eine der bedeutendsten Autorinnen des zeitgenössischen französischen Kinos. Denis wuchs als Tochter eines französischen Kolonialbeamten zum Teil in Afrika in Kamerun, Burkina Faso und Djibuti auf. Sie schloss 1971 am Institut des Hautes Études Cinématographiques (heute: École Nationale Supérieure des Métiers de l'Image et du Son) ab. Am Anfang ihrer Filmkarriere arbeitete sie als Regieassistentin zusammen mit Dušan Makavejev, Costa Gavras, Jacques Rivette, Jim Jarmusch und Wim Wenders. Sie selbst hatte ihr Filmdebut 1988 mit dem Film Chocolat, der in einem Afrika an der Wende zum Postkolonialismus spielt. Seit 2002 lehrt sie immer wieder an der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz. Ihre Arbeit beschäftigt sich vor allem mit kolonialen und antikolonialen Thematiken in West Afrika und zeitgenössischen Problematiken in Frankreich, Fragen der Identität, ihrer Herkunft und fortgesetzten Destabilisierung.

 

Okwui Enwezor

 

Okwui Enwezor (geboren 1963 in Calabar, Nigeria) ist seit Oktober 2011 Direktor des Haus der Kunst in München. Zuvor war er als Forschungskurator sowohl am International Center of Photography  New York, als auch am Art Institute of Chicago tätig. Enwezor war Dean und Senior Vizepräsident am San Francisco Art Institute und lehrte u.a. an der University of Pittsburg, der Columbia University, New York und der Universität von Umea, Schweden und war Fellow am Whitney Independent Study Programme. Enwezor kuratierte Ausstellungen u.a. am PS1/ MoMA, New York, dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin, dem Guggenheim Museum und der Tate Modern und war künstlerischer Leiter zahlreicher internationaler Großausstellungen, darunter La Triennale in Paris (2012) und die 7. Gwangju Biennale in Südkorea (2007/2008). 2002 war er künstlerischer Leiter der documenta 11 in Kassel und leitete 1996/97 die zweite Johannesburg Biennale in Südafrika. Seit 1993 ist Okwui Enwezor Mitherausgeber und Begründer des NKA: Journal for Contemporary African Art. Er ist der Autor zahlreicher Bücher, u.a. Contemporary African Art since 1980 (gemeinsam mit Chika Okele-Agugu, 2009) und Archive Fever: Uses of the Documentary in Contemporary Art (2008).

 

Sarah Rifky ist Autorin und Kuratorin und lebt in Kairo. Hier hat sie unter anderem den Kunstraum Beirut mit ins Leben gerufen, der über die Herstellung, Gründung und Konzeption von Institutionen als einem kuratorischen und politischen Akt nachdenkt. Sie ist Initiatorin von CIRCA (Cairo international Resource Center for Art) und war Kuratorin in der Townhouse Gallery of Contemporary Art in Kairo 2009–2011. Darüber hinaus arbeitete sie als kuratorische Beauftragte der dOCUMENTA(13) in Kassel und lehrte 2010 als Assistenzprofessorin für Kunstgeschichte und Theorie an der American University in Kairo, wo sie zusammen mit Wael Shawky MASS Alexandria, ein unabhängiges Studienprogramm für junge Künstler_innen in Ägypten organisierte. Rifky ist Autorin von The Going Insurrection (2011) und Delusions of Reference: In Defense of Art (forthcoming). Als Teil von Reloading Images ist sie Mitherausgeberin des Künstlerbuches Damascus: Tourists, Artists and Secret Agents (2009).