Jahresthema „Macht des Materials/Politik der Materialität“

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe (WS 2012/13)

 

06.11.2012

Das neue Bild der Materie

mit Harald Lesch


Harald Lesch ist seit 1995 Professor für Theoretische Astrophysik am Institut für Astronomie und Astrophysik an der Universitätssternwarte der Ludwig-Maximilians-Universität München und unterrichtet Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München. Zu seinen Hauptforschungsgebieten zählen kosmische Plasmaphysik, Schwarze Löcher und Neutronensterne. Er ist unter anderem Fachgutachter für Astrophysik der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator und wurde für seine Lehre bzw. Publizistik mir zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Jahresthema „Macht des Materials/Politik der Materialität“

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe (WS 2012/13)

 

22.01.2013

Das Versprechen intelligenter Werkstoffe

mit Thomas Schröpfer und Nicola Stattmann


Thomas Schröpfer ist Professor und assoziierter Dekan des Bereichs Architecture and Sustainable Design an der Singapore University of Technology and Design (SUTD), das in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegründet wurde. Der ausgebildete Architekt hat 2004 an der Harvard University promoviert und forscht u. a. zu der Rolle von Materialinnovation im architektonischen Entwurfsprozess und zu der nachhaltigen architektonischen Entwicklung der Stadt. Zu seinen Publikationen zählen Material Design: Materialität in der Architektur (Birkhäuser 2011) sowie Ecological Urban Architecture: Qualitative Approaches to Sustainability (Birkhäuser 2012). Architektur als materielle Praxis spielt sowohl in seinen eigenen wissenschaftlichen Forschungen eine Rolle als auch in den Projekten des von ihm mitbegründeten Architekturbüros Schröpfer + Hee mit Sitz in Cambridge, Massachusetts und Singapur.

 

Nicola Stattmann arbeitet seit 2002 mit eigenem Designbüro in Frankfurt am Main. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit als Designerin und Materialexpertin liegt auf dem Einsatz neuer Materialien und Technologien im Produktdesign. Zu ihren Kunden zählen etwa Adidas, Fissler, Samsung und Volkswagen. 2011 gründete sie mit ihrem Bruder die im westfälischen Ascheberg ansässige Firma Stattmann Neue Möbel, die ein ausgewähltes Möbelprogramm aus nachhaltigen Materialien auflegt. Die diplomierte Produktdesignerin war seit 2004 u.a. Gastprofessorin an der Bauhaus-Universität Weimar, der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Kunsthochschule Kassel. In Publikationen wie Ultra Light – Super Strong (Birkhäuser 2003) und Unfolded (mit Petra Schmidt, Birkhäuser 2009) beschäftigt sie sich mit dem Potential neuer Materialien in der Produktgestaltung respektive mit dem Werkstoff Papier.

 

Jahresthema „Macht des Materials/Politik der Materialität“

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe (WS 2012/13)

 

10.01.2013

Die (Im)materialität der Ökonomie

mit Costas Lapavitsas und Anja Kirschner mit David Panos

 

Costas Lapavitsas

 

 

Anja Kirschner und David Panos

 

Costas Lapavitsas ist Professor für Wirtschaft an der School of Oriental and African Studies, University of London. Er arbeitet zur politischen Ökonomie des Geldes und Finanzwesens, zur japanischen Ökonomie, zur Geschichte der Ökonomie und des ökonomischen Denkens und zur gegenwärtigen Weltwirtschaft. Er hat zahllose Beiträge und Bücher publiziert, darunter Beyond Market-Driven Development (mit Makoto Noguchi, Routledge 2005), Financialisation in Crisis (Brill 2012 und Crisis in the Eurozone (Verso 2012). Sein letztes Buch Profiting without Producing (Verso 2013) diskutiert die Finanzialisierung des Kapitalismus.

 

Anja Kirschner und David Panos (Athen, London) verbinden in ihren gemeinsamen Filmen und Installationen Momente der Gegenwart mit historischen Recherchen und literarischen Quellen. In ihrer Videoinstallation Ultimate Substance (2012), gedreht und realisiert in Griechenland, setzen die Künster/innen sich mit dem Verhältnis von ökonomischer und kultureller Logik auseinander. Dabei machen sie den Silberabbau und die Münzprägungen im antiken Griechenland zum Ausgangspunkt einer filmischen Reflexion der derzeitigen Finanzkrise. Anja Kirschner und David Panos waren 2011 die Gewinner/innen des Jarman Award (UK) und hatten unter anderem Einzelausstellungen in der Secession, Wien, der Extra City, Antwerpen, dem Neuen Berliner Kunstverein, Berlin, dem Artists Space, New York und der Transmission Gallery, Glasgow (2012). Darüber hinaus nahmen sie an Gruppenausstellungen im Palais de Tokyo, Paris, der Lisson Gallery, London (2013) sowie der Liverpool Biennale (2012) und der British Art Show 7 (2010/11) teil.

 

Jahresthema „Macht des Materials/Politik der Materialität“

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe (WS 2012/13)

 

27.11.2012

Die Ökologie der Materialien

mit Tim Ingold und Max Lamb

 

Max Lamb

 

 

Tim Ingold

 
Tim Ingold ist seit 1999 Professor für Sozialanthropologie an der University of Aberdeen. Er unternahm Feldforschungen in Lapland und publizierte unter anderem zu den sozialen Organisationsformen, Technologien und Lebensumständen am Nordpol, zur Evolutionstheorie, Mensch-Tier-Beziehung, Sprache und Werkzeuggebrauch, oder Umweltwahrnehmung. Derzeit forscht er zu Themen an den Schnittstellen von Anthropologie, Archäologie, Kunst und Architektur und plädiert für eine Wiedervereinigung von Theorie und Praxis. Zu seinen jüngsten Buchveröffentlichungen gehört unter anderem Making (Routledge 2013).

 

Max Lamb erforscht Materialien auf unkonventionelle Weise. Der britische Designer hinterfragt herkömmliche Auffassungen von Werkstoffen und ihrer Verarbeitung. Lamb studierte drei-dimensionales Design an der Northumbria University und Produktdesign am Royal College of Art in London und betreibt heute ein Designstudio im nördlichen Teil Londons. Zu seinen Arbeiten zählen Möbel und Objekte für Labels wie Deadgood und Makers and Brothers sowie Einzelaufträge für die Designgalerien Libby Sellers in London und Johnson Trading Gallery in New York. Seit 2012 lehrt er an dem Lehrstuhl Design Products am Royal College of Art.

 

Macht des Materials/Politik der Materialität (2012/13)

 

In bildender Kunst, Architektur und Design findet gegenwärtig eine Neubewertung des Materials statt. Junge Künstler/innen verbinden krude oder ungewöhnliche Werkstoffe mit einer minimalistischen Formensprache und stellen auf diese Weise Physis und Ästhetik der Materialien in den Vordergrund. Es ist von neuen Alchimisten die Rede, von einer Interaktion mit und einem „Lenken lassen“ durch das Material.

 

Kultur- und Sozialwissenschaften proklamieren im selben Zug einen „material turn“, da in vielen wissenschaftlichen Disziplinen eine „parallele Neufokussierung der Forschung“ (Bachmann-Medick) auf die Materialität zu verzeichnen ist. So betont der französische Soziologe und Philosoph Bruno Latour, dass (natur)wissenschaftliche Tatsachen nicht nur durch gesellschaftliche Praktiken und sprachliche Diskurse, sondern auch durch die widerständige Materialität der Dinge erzeugt werden. Colin Renfrew entwickelte in der Archäologie die „Material Engagement Theory“, welche die aktive Rolle der materiellen Welt für die Entwicklung sozialer Strukturen, religiöser Konzepte oder gesellschaftlicher Wertesystem hervorhebt. Man entdeckt seit einigen Jahren also die materiellen Aspekte von Wissensgenerierungen und sozialen Praktiken wieder, ebenso wie die von Kommunikationsprozessen und ästhetischen Produktionen. Außerdem wartet die Materialforschung gerade in den letzten zwei Jahrzehnten mit einer großen Anzahl neuer Materialien auf, denen das Potential zu einer grundlegenden Veränderung der Wirtschaft sowie der Gesellschaft als Ganzes zugetraut wird.

 

Das interdisziplinäre Studienprogramm der Akademie der Bildenden Künste München widmet sich mit seinem ersten Jahresthema der aktuellen Konjunktur von Material und Materialität in den künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen. Der Fokus liegt dabei auf der neu entdeckten Widerständigkeit und Wirkungsmacht von materiellen Phänomenen in den Künsten und in den Wissenschaften. Er liegt auf ihrem produktiven Anteil an sozialen, künstlerischen und epistemischen Prozessen.

 

Das Programm nimmt mit diesem Thema seinen Ausgangspunkt bei der stofflichen Basis allen künstlerischen und gestalterischen Arbeitens, bei den materiellen Grundbedingungen von Schöpfungs- und Entwicklungsprozessen. Es analysiert in Theorie und Praxis den zeitgenössischen Umgang mit Material in bildender Kunst, Architektur und Design – und setzt dies in Bezug zu einer Neudefinition und Neubewertung von Materialität in den Natur- und Sozialwissenschaften. Ob letztere auch das Potential zu gesellschaftlich und geopolitisch positiven Veränderungen oder ethisch motivierten Verhaltenskorrekturen besitzen, wie es Vertreter eines Neuen Materialismus nahe legen, wird ebenfalls eine der zentralen Fragen sein.

 

Macht des Materials/Politik der Materialität (2012/13) 

 

Ort A.EG.15, Akademiestr. 2 bzw. E.EG.28, Akademiestr. 4
Zeit jeweils um 19.00 Uhr

 

25.10.2012 New Materialisms

Diana Coole

 

06.11.2012 Das neue Bild der Materie
Harald Lesch
 
13.11.2012 Materielles Unterfangen
Sofia Hultén und Colin Renfrew
 
27.11.2012 Die Ökologie der Materialien
Max Lamb und Tim Ingold
 
11.12.2012 Materielle Umwertungen
Manfred Pernice
 
10.01.2013 Die (Im)materialität der Ökonomie
Costas Lapavitzas mit Anja Kirschner und David Panos
 
15.01.2013 Text und Stoff
Cornelia Ortlieb
 
22.01.2013 Das Versprechen intelligenter Werkstoffe
Thomas Schröpfer und Nicola Stattmann
 
05.02.2013 Vom historischen Materialismus zum spekulativen Realismus
Diedrich Diederichsen

Jahresthema „Macht des Materials/Politik der Materialität"

 

Macht des Materials / Politik der Materialität

Blockseminar zur Einführung in das erste Jahresthema

Dr. Susanne Witzgall, Prof. Dr. Kerstin Stakemeier, Karianne Fogelberg, M.A.

 

Raum E O1.23 (Vortragsraum 1. Stock)
Zeit 15.05., 22.05., 29.05. und 05.06., jeweils 11–12.30 Uhr und 13.30–15 Uhr

 

Material und Materialität haben derzeit in den Künsten und den Wissenschaften Konjunktur. Kultur- und Sozialwissenschaften sprechen sogar von einem "material turn", da in vielen Disziplinen eine parallele Wiederentdeckung materieller Qualitäten bzw. eine verstärkte Rückbindung an die materielle Welt zu verzeichnen ist.

Das interdisziplinäre Studienprogramm des cx klinkt sich mit seinem ersten Jahresthema "Macht des Materials / Politik der Materialität" in diesen hochaktuellen Diskurs ein. Der Fokus liegt dabei auf der neu entdeckten Widerständigkeit und Wirkungsmacht von materiellen Phänomenen, auf ihrer aktiven Rolle in künstlerischen, sozialen und epistemischen Prozessen.

Das Blockseminar stellt das erste Jahresthema des cx ausführlich vor und führt in die Vorlesungsreihe des Wintersemesters (WS 2012/13) ein. Es fragt nach den Gründen für die Aktualität des Materiellen in den Künsten und den Wissenschaften und bespricht eine Reihe von aktuellen Beispielen aus Kunst, Design, Architektur und Wissenschaft.

 

 

 

Weitere Angebote sowie assoziierte Projekte:

 

Vortrag und Workshop von Gabriel Kuri
in Kooperation mit der Klasse Olaf Nicolai

 

Raum siehe Aushang
Zeit 16. Mai Vortrag, 17. und 18. Mai Workshop

für den Workshop ist eine Anmeldung erforderlich, da die Plätze begrenzt sind.

 


 

Material-Performance-Bühne
Studienwerkstatt für Erzguss, Bruno Wank

 

Ort Akademiegarten
Zeit siehe Aushang

 


 

Exkursion zur documenta 13 (Modul D.06.09)
Führungsschwerpunkt "Material / Materialität"
Dr. Susanne Witzgall, in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte (Prof. Florian Matzner und Dr. Cornelia Gockel)

 

Zeit 03.07. - 06.07.2012
beschränkte Anzahl von Plätzen

 

Verbindliche Anmeldung am 26. April, 11 Uhr, Raum E.01.23
Teilnahme-Voraussetzung: Besuch des Blockseminars "Macht des Materials / Politik der Materialität" sowie der drei ersten Einführungsveranstaltungen des Seminars "documenta 13" (26. April, 2. Mai, 10. Mai) von Prof. Florian Matzner und Dr. Cornelia Gockel

 


 

Das cx befindet sich in der Einrichtungsphase. Das vollständige Angebot des interdisziplinären Studienprogramms ist deshalb erst ab WS 2012/13 verfügbar.

Jahresthema „Macht des Materials/Politik der Materialität"

 

Kunst als (material-basierte) Forschung? (auch D.04.09, D.05.09)
Dr. Susanne Witzgall

 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Dienstag 14.00–16.15 Uhr, Beginn 23.04.2013
Kontakt susanne.witzgall@adbk.mhn.de

 

Was versteht man unter künstlerischer Forschung? Wie unterscheidet sich diese von der wissenschaftlichen Forschung? Vermittelt Kunst Wissen und wenn ja welches? Das Seminar greift diese seit Jahren heftig diskutierten Fragen auf und untersucht sie im Licht des gegenwärtigen Jahresthemas. Es analysiert die Rolle der Materialität im Prozess der künstlerischen (und wissenschaftlichen) Forschung und Wissensgenerierung, die Bedeutung der verwendeten Materialien, der Faktizität von Dingen und ihren Beziehungen ebenso wie der konkreten physischen Erfahrungen von Künstler/innen und Rezipient/innen im künstlerischen Erkenntnisprozess. Als Referenzbeispiele dienen zentrale Positionen der Gegenwartskunst und der Kunst nach 1960, als theoretische Grundlage aktuelle Texte aus den Bereichen Philosophie, Medien- und Wissenschaftstheorie, Anthropologie oder Soziologie.

 

Ziel des Seminars ist es die theoretische Reflexion des künstlerischen Forschungsprozesses eng an die laufende künstlerische Praxis – beispielsweise in den praktischen Projektklassen des cx – anzubinden. Die Vorstellung studentischer Arbeiten im Rahmen der Veranstaltung ist deshalb ausdrücklich willkommen.

 


 
Material als Inspiration
(Integraler Bestandteil des Entwurfsmoduls im SS im Studiengang Innenarchitektur)
Seminar mit Exkursion/Schwerpunkt Design und Architektur
Karianne Fogelberg M.A.

 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Dienstag 10.30–12.00 Uhr, Beginn: 23.04.2013

Abweichende Termine:
Di, 07.05. Exkursion ins Color and Material Lab, Designaffairs, München
Do, 16.05. Exkursion ins Materialarchiv des Gewerbemuseums Winterthur
Mi, 19.06. Abendveranstaltung mit Formafantasma (Eindhoven), MaximiliansForum

Kontakt/Anmeldung fogelberg@adbk.mhn.de (bis 21.04.2013)

 

Im Sommersemester steht die praxisbezogene Auseinandersetzung mit Materialien im Mittelpunkt: die Materialrecherche und ihre Bedeutung für die gestalterische Arbeit. Wie können sich Designer und Architekten das vielschichtige Potenzial von Materialien, ihre technischen, sinnlichen und ästhetischen Aspekte, erschließen? Inwieweit eignen sich Materialarchive und Datenbanken als Ausgangspunkt für die Forschung am und mit Material? Welche anderen Wege gibt es, Materialien zu begreifen? Befruchten sich systematische Recherche und „wildes Denken" (Lévi-Strauss) bei diesem Prozess gegenseitig? Mit Studien zu ausgewählten Materialien/-gruppen, die aktuelle sowie frühere Anwendungen berücksichtigen, entsteht ein eigenes Archiv materialbasierten Wissens.

Fester Bestandteil des Seminars sind die Exkursionen zum Color and Material Lab der Münchner Agentur Designaffairs und zu dem Materialarchiv des Gewerbemuseums Winterthur sowie der Vortrag der Designer Simone Farresin und Andrea Trimarchi von Formafantasma, einer Kooperation zwischen MaximiliansForum und cx.

 

Das Seminar richtet sich an alle Studierenden der Akademie. Unabhängig davon steht die Exkursion zum Materialarchiv in Winterthur allen Akademie-Studierenden offen. Der Seminartermin am 30.04. zählt als Vorbereitung für die Exkursion und ist verbindlich für die Teilnahme. Da die Zahl der Exkursionsteilnehmer/innen begrenzt ist, senden Sie bitte bei Interesse eine kurze Bewerbung mit Begründung bis zum 21.04. an fogelberg@adbk.mhn.de. Zusagen erfolgen bis zum 24.04.2013.

 



Formless – A User's Guide
(Erasmus-students as well as D.04.09, D.05.09)
Prof Dr. Kerstin Stakemeier

 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Donnerstag 18.00–20.00 Uhr, Beginn: 02.05.2013
Termine 02.05., 23.05. (18.00–21.00 Uhr, Pinakothek der Moderne), 06.06. (18.00–21.00 Uhr, Haus der Kunst), 27.06. und 11.07.2013
Kontakt stakemeier@adbk.mhn.de

 

The title of this seminar is that of an exhibition, which was held at the Centre Pompidou in Paris in the summer of 1996 and, more importantly, it is also the title of the book which its two curators, Yve-Alain Bois and Rosalind Krauss, published on the occasion of the exhibition. The book introduced the manifesto of a different art history and its aim was nothing less then to „redeal modernism's cards", to shake up art history for good.

It is the formless materialities of the works of art, which lie at the core of Krauss' and Bois' fundamental reconfigurations, and in the seminar we want to take up this perspective, reflect it critically and expand it into other fields, into film, applied arts, architecture, philosophy, politics, literature, mass culture and music. The book is built on four basic categories: Base Materialism, Horizontality, Pulse and Entropy, and we will look at those to actualize them, bringing them from the 90s and Krauss' and Bois' reorganization of Modernism, into the present tense and into our own perspectives onto formlessness in 2013. Thus attemps to bring one's own artistic practices into the seminar and discuss and present them in it are very welcome.

 

The seminar will be held in English and is open to students from all departments.

 



Separatismus und Autonomie (auch D.06.09)
2-semestriger Workshop/Exkursion
Prof. Dr. Kerstin Stakemeier

 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 4 (Vortreffen); Bonner Kunstverein, Kunstverein München, GAK Bremen
Zeit Donnerstag, 25.04.2013 18.00–20.00 Uhr (Vortreffen)
Einzeltermin in München: Samstag, 08.06.2013, 14.00–18.00 Uhr. Die genauen Exkursionstermine werden noch bekannt gegeben.
Kontakt/Anmeldung stakemeier@adbk.mhn.de

 

Dieser zweisemestrige Workshop mit Exkursion bildet einen vorgezogenen Einstieg in das zweite Jahresthema des cx, das sich ab dem WS 2013/2014 mit Fragen der Identitäten, Individuationen und Identifikation auseinandersetzen wird.

 

Die Exkursion knüpft an drei Ausstellungen an, die im Sommer und Herbst dieses Jahres eröffnen werden: „Ihre Geschichte(n)" (Bonner Kunstverein), „The Door Between Either Or" (Kunstverein München) und „Girls Can Tell" (GAK Bremen), setzen sich alle mit Fragen feministischer Kunst auseinander, deren Vorgeschichte, ihrer Entwicklung seit den 1970ern und ihren Aktualitäten. Im Workshop sollen Geschichte und Gegenwart in den Ausstellungen auf ein seit den 1970ern zentrales politisches Mittel der Bewegung zugespitzt werden: den Separatismus. Lucy Lippard, Silvia Bovenschen, Helke Sander und Andere, hielten ihn in den 1970ern für den einzigen Weg eine autonome feministische Position in der Kunst zu entwickeln.

 

Doch wie sieht eine aktuelle separatistische Praxis aus, nachdem Diskussionen um Gender und um (Post)Kolonialismus die identitären Beschränkungen der frühen Frauenbewegung zu Recht in Frage gestellt haben?

 

In direkter Zusammenarbeit mit den Kunstvereinen werden in Bonn, München und Bremen drei öffentliche Workshops stattfinden, und gemeinsam ein Fanzine in vier unterschiedlichen Auflagen produziert. Das Seminar findet über zwei Semester an insgesamt sechs Terminen im Juni, Juli, Oktober und November statt und ist für alle Studierenden offen.

 

Aufgrund der gemeinsamen Reisen ist die Teilnehmer/innenzahl begrenzt. Bitte senden Sie bis zum 21.04.2013 eine kurze Bewerbung (max. 250 Worte) an stakemeier@adbk.mh.de, in der Sie Ihr Interesse am Thema formulieren. Bis zum 23.04.2013 erhalten Sie Nachricht über Teilnahme und Termine.

 



Kolloquium
Dr. Susanne Witzgall (in Kooperation mit Kerstin Stakemeier oder Karianne Fogelberg)

 

Raum E.O2.17, Akademiestr. 4
Zeit Freitag 14.00–15.30 Uhr, Beginn: 03.05.2013
Anmeldung susanne.witzgall@abk.mhn.de

 

Im Rahmen des Kolloquiums findet in kleinen Gruppen oder Einzelgesprächen eine individuelle Projektbetreuung für Studierende statt. Sie richtet sich an Studierende mit einem konkreten praktischen oder theoretischen Vorhaben, das eine inter- oder transdisziplinäre Herangehensweise oder ein Forschungsziel verfolgt. Die Betreuung umfasst insbesondere Hilfe bei formalen, inhaltlichen und methodischen Fragen und der Ermittlung geeigneter Kooperationspartner aus anderen Fachbereichen.

 


 
Assoziierte Seminare

 

Zur Materialität von Raum, Ort und Leere
Lehrstuhl für Philosophie (siehe dort)
Dr. Karin Hutflötz


Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Dienstag 17.00–19.00 Uhr, Beginn: 23.04.2013

 

Eventuelle Änderungen und Ergänzungen werden zu Beginn des Sommersemesters auf der Homepage und per Aushang bekannt gegeben.

 

 

Jahresthema „Macht des Materials/Politik der Materialität"

 

Macht des Materials / Politik der Materialität 

Lektüreseminar zur Vorlesungsreihe
Dr. Susanne Witzgall, Prof. Dr. Kerstin Stakemeier, Karianne Fogelberg, M.A.


Raum A.EG.01, Akademiestr. 2
Zeit Dienstag 14.00–15.30 Uhr, Beginn: 23.10.2012, Termine gekoppelt an die Vorlesungsreihe: 23.10., 06.11., 13.11., 27.11., 11.12., 18.12., 08.01.2013, 15.01. 22.01., 05.02.2014

 

In diesem Begleitseminar findet eine Vorbereitung auf die Referent/innen der interdisziplinären Vorlesungsreihe statt. Diese beinhaltet die Lektüre von Schlüsseltexten der Theoretiker/innen ebenso wie die gemeinsame Diskussion der Arbeiten und Arbeitsweisen der eingeladenen Künstler/innen. Darüber hinaus werden in der gemeinsamen Nachbereitung die Beiträge analysiert, diskutiert und in inhaltliche Verhältnisse zueinander gesetzt.

 


 

Das neue Materialverständnis in Design und Architektur
Karianne Fogelberg, M.A.


Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Dienstag 10.30–12.00 Uhr, Beginn: 23.10.2012
Kontakt fogelberg@adbk.mhn.de

 

Am Material kommen Designer und Architekten nicht vorbei. Heute übernehmen Materialien allerdings mehr denn je eine führende Rolle im gestalterischen Prozess. Worin liegen die Ursachen für die jüngste Hinwendung zu materiellen Aspekten? Welche Rolle spielen Material und Materialität in der Arbeit zeitgenössischer Gestalter und Architekten? Was ist an ihrer Herangehensweise neuartig? Wofür gibt es historische Vorbilder? Birgt ihre Auseinandersetzung mit dem Material Erkenntnisse, die über den eigentlichen Formgebungsprozess hinausreichen?

 

Im Seminar wird gemeinsam erarbeitet, wie sich das veränderte Materialverständnis manifestiert. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen theoretische Überlegungen zur Rolle des Materials in Design und Architektur sowie die verschiedenen Arbeitsweisen zeitgenössischer Gestalter unter Berücksichtigung des jeweiligen Produktionskontexts. Entwicklungen wie intelligente Werkstoffe und Materialien, bei deren Herstellung Wachstumsprinzipien aus der Natur zur Anwendung kommen, spielen hierbei eine maßgebliche Rolle ebenso wie die Wiederentdeckung althergebrachter Werkstoffe und eine geradezu alchemistische Herangehensweise an das Material.

 


 

Kunst(Re)Produktion (auch Modul C.01.09)
Eine Mediengeschichte der Materialitäten in Moderne und Gegenwart
Prof. Dr. Kerstin Stakemeier


Raum A.EG.01, Akademiestr. 2
Zeit Mittwoch 18.00–20.15 Uhr, Beginn: 24.10.2012, Termine parallel zur Vorlesungsreihe:
24.10., 07.11., 14.11., 28.11., 12.12., 19.12., 09.01.2013, 23.01., 06.02.
Kontakt stakemeier@adbk.mhn.de

 

In Gegenüberstellungen von gegenwärtigen und modernen künstlerischen Positionen, von Medien der Kunst und der Massenkultur, von theoretischen Texten und Manifesten der Praxis, wird im Seminar gemeinsam eine Mediengeschichte des künstlerischen Materialismus zusammengestellt.

 

Dieser künstlerische Materialismus handelt nicht vorrangig von der Autonomie der Künste, sondern von den Heteronomien in Kunst und Kultur: von der Reibung mit dem Material, der sich stetig erweiternden Reproduktion der Medien und Produzent/innen, den Produktionen von Objekten, Werken und Interventionen, und nicht zuletzt deren Ausstellung.

Das kann den russischen Proletkult (1918/21) ebenso betreffen wie Mierle Laderman Ukeles „Maintenance Manifesto" (1969), Alison und Peter Smithsons brutalistische Architektur „as found" (1950er) im selben Maße wie Michael Landys skulpturalen „Breakdown" (2001), Lynda Benglis Latexmalereien (1970er) ebenso wie Ulrike Ottingers „Freak Orlando" (1981) oder die Objektfetische der Bernadette Corporation (2000/10er) und COUM Transmissions „Prostitution" (1976) ebenso wie Gilles Deleuzes verzweifeltem Versuch einer positiven Erzählung in „Immanence ... a life" (1995). Der künstlerische Materialismus beschränkt sich nicht auf die Kunst, sondern nutzt sie als privilegierten Ausgangspunkt.

 


 

New Materialists (auch Modul D.04.09)
Dr. Susanne Witzgall


Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Freitag 13.30–15.00 Uhr‚ Beginn: 26.10.2012
Kontakt susanne.witzgall@adbk.mhn.de

 

Im Seminar wird die Auf- und Neubewertung von Material und Materialität in der zeitgenössischen Kunst analysiert und in Relation zum gegenwärtigen „material turn" in den Kultur- bzw. Sozialwissenschaften gesetzt. Rückbezüge auf historische künstlerische Positionen – insbesondere der Land Art, Minimal Art und Prozess Art – sind dabei ebenso zentral wie das Heranziehen aktueller Theorien aus der Wissenschaftsforschung, der Archäologie, den Neurowissenschaften oder der Philosophie (Akteur-Netzwerk-Theorie / Material Engagement Theory / Extended-Mind-Theory / Embodiment).

 

Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, welche Bedeutung dem Material bzw. der Materialität in künstlerischen Strategien und Erkenntnisprozessen zukommt und welche Parallelen und Unterschiede sich daraus zu wissenschaftlichen Formen der Wissensproduktion ergeben.

 



Assoziierte Seminare / Projekte

 

Aus welchem Stoff die Dinge sind. Zur Frage der (Im-)Materialität

aus philosophischer Sicht Philosophie
Dr. Karin Hutflötz

 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Freitag 15.00–18.00 Uhr, Beginn 26.10.2012

 

Klassische Begriffe und Texte der Philosophie – in Bezug zu heutigen Konzepten von Stoff, Substanz und Materie in Theorie und Wissenschaft heute.

 


 

Inside the Black Box - (Im-)Materialität des Digitalen
Volker Möllenhoff


Raum E.O3.01, Akademiestr. 4
Zeit 17.1., 24.1., 30.1., 7.2. jeweils 11.00–17.00 Uhr, Laptops welcome
Kontakt moellenhoff@adbk.mhn.de (verbindliche Anmeldung)

 

Mit dem endgültigen Siegeszug digitaler Medien in den 1990er Jahren glaubte man an der Schwelle des Übergangs vom Materiellen zum Immateriellen zu stehen. Schlagwörter dieser Zeit wie Hypertext, Virtual Reality und Cyberspace waren nur die Symptome eines digitalen Mystizismus, der von einer Transformation von Atomen in Bits (Negroponte 1995) sowie von Materie in Geist (Barlow 1996) träumte.

 

Mittlerweile sind die politischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und ökologischen Auswirkungen der digitalen Revolution spürbar, fester Bestandteil medialer Berichterstattung und durchaus auch materieller Natur. Dennoch lebt die Vorstellung der Immaterialität des Digitalen fort, nicht zuletzt suggeriert durch immer hermetischer gestaltete Hard- und Softwareprodukte sowie die zunehmende Verlagerung von Daten und Diensten in die sog. Cloud.

 

Ausgehend von einer Einführung in Geschichte, Theorie und Ästhetik des Digitalen will das Seminar anhand experimenteller Praktiken das Verhältnis von materiellen und immateriellen Aspekten der Beschaffenheit digitaler Medien untersuchen. Die tragende Rolle spielt dabei eine der wichtigsten Kulturtechniken der Gegenwart: Das Programmieren. Über im künstlerischen Kontext entstandene Projekte wie die grafische Programmiersprache Pure Data oder das Open-Hardware Projekt Arduino will das Seminar Grundlagen einer selbstbestimmten medienkünstlerischen Praxis vermitteln.

 

 

Jahresthema „Macht des Materials/Politik der Materialität“

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe (WS 2012/13)

 

11.12.2012

Materielle Umwertungen

mit Manfred Pernice


Manfred Pernice (*1963 in Hildesheim) lebt und arbeitet in Berlin, wo er zum Wintersemester 2012/13 als Professor für Bildhauerei an die Universität der Künste Berlin berufen wurde. Er studierte an der HBK in Braunschweig (1984–86) und der HdK in Berlin (1988–94). Seine Arbeiten sind weltweit in internationalen Museen und Sammlungen vertreten. 2011/2012 waren sie u.a. in Einzelausstellungen in der Anton Kern Galerie, New York, im DCA Dundee Contemporary Arts, Dundee, dem n.b.k. Berlin zu sehen und 2013/14 im Haus der Kunst, München.