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spekulative Dinner Performance
kuratiert von Karianne Fogelberg und Sarah Dorkenwald

DO 09.03.17 | 20:00 Uhr

Ort Kammer 2 | Münchner Kammerspiele | Falckenbergstraße 1 | München
Eintritt 15,00 Euro / Karten unter www.kammerspiele.de

 

Mit einer Dinner-Performance eröffnet das neue Format „Undesign“, kuratiert von Sarah Dorkenwald und Karianne Fogelberg. Ziel von Undesign ist es, das kritische Potential
von Design freizusetzen, um gegenwärtige Zukunftsentwürfe in einer spekulativen Intervention zu hinterfragen. Anstatt Lösungen für Designprobleme zu entwickeln, geht es vielmehr darum, Fragestellungen von Grund auf neu zu formulieren und Alternativen in den Blick zu nehmen.

 

Das Dinner ist als ein ‚Desert Traveller’s Meal’ konzipiert, dessen einzelne Speisen in enger Zusammenarbeit zwischen der kritischen Designerin Lisa Ma (Seattle) und der Raw-Food-Köchin Christine Mayr (Crua Gourmet Cuisine, Barcelona, München) aus Zutaten aus der Wüste zubereitet werden. Das gemeinsame Essen dient als Katalysator, um eine kontroverse Diskussion zwischen Mitwirkenden und teilnehmenden Gästen darüber anzustoßen, welche ökologischen, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen die fortschreitende Erderwärmung im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Nahrung und Wasser haben könnten. Was wäre, wenn gewisse Lebensmittel nur noch begrenzt erhältlich wären und zum Instrument von politischen und wirtschaftlichen Interessen würden? Würden ressourcen-intensive Lebensmittel besteuert und, wenn ja, für wen und nach welchen Kriterien? Inwieweit kann die Erforschung der Wüste mit ihren Ressourcen und Prozessen ein Verständnis dafür hervorbringen, dass wir unwiderruflich mit der Natur verstrickt sind, und darüber hinaus gängige Zuschreibungen der Wüste als Dystopie in Frage stellen?
Mit der Wüste als fiktiver Destination knüpft Lisa Ma an ihr aktuelles Forschungsprojekt
‚Extremigration’ am Laboratory for Critical Technics an der Arizona State University an. Darin untersucht sie ein spekulatives Szenario, das eine von der Erderwärmung betroffene Zukunft zum Ausgang nimmt, in der immer weitere Teile der Erdoberfläche von unwirtlichen extremen Bedingungen geprägt sind. Innerhalb dessen forscht Lisa Ma nach alternativen Existenzweisen, die neue Möglichkeitsräume eröffnen und den gegenwärtigen Dualismus vom Leugnen des Klimawandels einerseits und der vermeintlichen Ausweglosigkeit andererseits überwinden könnten.