Jan Müggenburg | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Mo | 10.07.2023 | 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4
Raum: Neubau | E.O1.23

 

Als Medien der Speicherung, Miniaturisierung und Mobilisierung gehören Batterien zu den materiellen Bedingungen von Digitalität. Vom Smartphone über den elektrischen Rollstuhl bis hin zum Elektroauto sorgen elektrochemische Zellen für eine temporäre Emanzipation von stationären Infrastrukturen der Stromversorgung. Dabei verändern Batterien und Akkus einerseits die räumlichen und zeitlichen Bedingungen von Mediennutzung, andererseits tragen sie selbst als Medien zur Veränderung des »Maßstabs, Tempos und Schemas« (McLuhan) der menschlichen Wahrnehmung bei. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen solche Zellen, die Menschen am oder im Körper tragen (z.B. im Fall von Herzschrittmachern und anderen Implantaten). Hier sind Batterien als Storage und Medium ›unmittelbar‹ an der Ko-Konstitution von Krankheit/Gesundheit, Nicht/Behinderung und (Selbst-)Sorge beteiligt.

 

Seit Oktober 2022 ist Jan Müggenburg Professor für Digitale Kulturen am ICAM und Sprecher des Leuphana Centre for Digital Cultures (CDC). Nach seinem Studium der Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum war er von 2006 bis 2010 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Philosophie der Universität Wien. Dort hat er im Rahmen des Initiativkollegs „Naturwissenschaften im historischen Kontext“ mit einer Arbeit über Heinz von Foersters Biological Computer Laboratory (BCL) promoviert. Von 2010 bis 2018 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leuphana Universität, bevor er im April 2018 zum Juniorprofessor für Medien- und Wissenschaftsgeschichte berufen wurde. Seit 2020 ist Jan Müggenburg Studienprogrammleiter des Bachelorprogramms Major Digital Media (MDM), den die Leuphana in Kooperation mit der Hamburg Media School anbietet.

 

Der Vortrag wird organisiert von der Klasse Wermers (Skulptur, Keramik & Glas) und ist offen zugänglich. Die Vortragssprache ist Deutsch.